WISSEN RHEINPFALZ Plus Artikel Eidechsen sind Sonnensucher

Wenn die Aprilsonne wärmt, kann man sich als Eidechse blicken lassen.
Wenn die Aprilsonne wärmt, kann man sich als Eidechse blicken lassen.

Nils erklärt: Warum Eidechsen Wärme brauchen – Leben in steinigen Biotopen

Noch wagt sich die Eidechse nicht ganz hervor, aber den Sonnenstrahlen kann sie nicht widerstehen. Wie alle Reptilien sind Mauereidechsen wechselwarm. Deswegen brauchen sie unbedingt Wärme.

Solange es draußen kalt ist, bleiben die Eidechsen träge und steif. Ihre Körper sind jetzt ausgekühlt. Aber wenn die Temperaturen steigen, erwärmen sie sich wieder. „Wechselwarm“ nennt man solche Tiere, weil sich ihre eigene Temperatur mit der Witterung ändert.

Kein Wunder also, dass die Mauereidechse auf unserem Foto nach Sonnenwärme sucht. Über die Wintermonate blieb sie vor dem Frost versteckt, um nicht zu erfrieren. Unterschlupf finden die Tiere zum Beispiel in Erdhöhlen und tiefen Mauerspalten. Dort fallen sie in eine Kältestarre. Sie können sich nicht mehr bewegen und nichts fressen.

An Felswänden und Mauern

Wenn aber die Frühlingssonne auf Mauern, Steinhaufen und Felswände scheint, erwachen die kleinen Reptilien wieder. Mauereidechsen leben vor allem in steinigen Biotopen. Dort kannst du beobachten, wie sie an senkrechten Felswänden und Mauern geschickt auf und ab huschen. Bei Gefahr verschwinden sie blitzschnell in einer Fuge. Lange dauert es nicht, dann wagen sie sich wieder hervor. So flink sind sie aber nur, wenn sie vorher genug Wärme „getankt“ haben.

In der Pfalz finden Mauereidechsen oft Unterschlupf in Trockenmauern und in lockeren Steinhaufen der Weinberge. Auch alte Burgruinen bieten den Tieren Lebensraum. Das gilt aber nur, wenn die Mauern nicht verschlossen oder vermörtelt werden. Sie müssen offene Spalten haben, um Schutz vor Kälte und vor Feinden zu geben. Von denen gibt es einige, zum Beispiel Turmfalke, Rabenkrähe, Schlingnatter, aber sehr oft auch Hauskatzen.

Weibchen graben Gänge

Die Eidechsen lieben zwar die Wärme, doch im Hochsommer kann es sogar ihnen zu heiß werden. Dann verstecken sie sich im kühlen Schatten von Mauerritzen und Höhlungen. Was braucht die Mauereidechse noch? Wichtig ist sandige, lockere Erde. In stundenlanger Arbeit graben die Weibchen hier Gänge. Darin legen sie ihre Eier ab. Danach huschen sie davon. Das Ausbrüten der Eier übernimmt die Sonnenwärme. Wenn alles gut geht und später die jungen Eidechsen schlüpfen, sind sie nur etwa sechs Zentimeter groß.

Biber-Reporter Nils Nager hat großes Interesse an anderen Tieren.
Biber-Reporter Nils Nager hat großes Interesse an anderen Tieren.
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