Wissen Durchhalten dank Fettvorrat

Um genug Fettreserven zu haben, müssen Gartenschläfer vor dem Winterschlaf viel fressen.
Um genug Fettreserven zu haben, müssen Gartenschläfer vor dem Winterschlaf viel fressen.

Im Winter leben Schläfer von gespeicherter Energie

Von Sigrid Ladwig

Dieses kleine Nagetier aus der Familie der Bilche bekommt man nur selten zu sehen. Ein Grund dafür: Über ein halbes Jahr lang hält der Gartenschläfer tiefen Winterschlaf.

Kaum zu glauben: Monatelang nehmen diese Tiere keine Nahrung zu sich. Das bedeutet, dass sie vor der kalten Jahreszeit sehr viel fressen müssen, um sich einen Fettvorrat anzulegen.

Dank dieses Energiespeichers können Gartenschläfer vom Herbst bis zum Frühling ohne Nahrung überleben. Während dieser Zeit werden Herzschlag und Atmung viel langsamer und die Körpertemperatur sinkt stark ab. Der kleine Körper arbeitet also jetzt viel weniger. So halten seine Fettreserven länger.

Als schützendes Quartier sucht sich der etwa 15 Zentimeter große Gartenschläfer ein frostfreies und möglichst trockenes Versteck. Das können Hohlräume in alten und abgestorbenen Bäumen sein oder Spalten in Felsen oder Mauern. Auch in Gartenhäuschen, Schuppen oder Holzstapeln bauen die Langschläfer ihr Nest aus Moos, Laub und Gras. Manchmal überwintern sie sogar in Nistkästen. Das gilt vor allem für Gebiete, in denen der Winter eher mild bleibt.

Bilche sind keine Mäuse

Auch in der wärmeren Zeit des Jahres wirst du kaum einem Gartenschläfer begegnen: Die Kerlchen sind nachts unterwegs. Das gilt auch für ihre Verwandten, die Haselmaus und den Siebenschläfer. Alle drei Arten gehören zur Familie der Bilche, also nicht zu den Mäusen.

Trotzdem werden sie auch als „Schlafmäuse“ bezeichnet. Gut erkennt man den Gartenschläfer an der schwarzen Fellzeichnung um die Augen. Weil sie an eine Maske erinnert, wird er manchmal „Zorro“ genannt. So heißt ein amerikanischer Superheld in Romanen, Comics und Filmen.

Die vierbeinigen Zorros gibt es leider nur noch selten. Sie sind stark bedroht und in manchen Ländern schon ausgestorben. Ihnen fehlen abwechslungsreiche Wälder, Gärten und Wiesen. Gartenschläfer brauchen dichte Hecken, Baumhöhlen und andere Unterschlüpfe. Zu ihrer Hauptnahrung gehören Insekten und Weichtiere. Von heimischen Sträuchern wie Hasel, Heckenrose oder Holunder fressen sie Nüsse und Beeren.

Bitte nicht stören!

Eine große Gefahr für die „maskierten“ Nager sind Insektengifte und Giftköder. Leider erbeuten wildernde Hauskatzen manchen Gartenschläfer. Regentonnen sollten von Gartenbesitzern abgedeckt werden, damit kein Tier darin ertrinkt.

Wichtig ist noch: Winterschläfer dürfen in ihrem Versteck nicht gestört werden. Beim Aufwachen bildet ihr Körper Wärme, und das verbraucht viel Energie. Jede Störung kann den Tod bedeuten. Deswegen sollte man Nistkästen für Bilche im Winter nicht öffnen.

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