Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel Zeichen für KSB-Zukunft am Stammsitz

So soll bis zum Jahr 2030 die neue Fertigung der Eta-Pumpenreihe aussehen.
So soll bis zum Jahr 2030 die neue Fertigung der Eta-Pumpenreihe aussehen.

Sie gilt als Herzstück des Pumpenspezialisten KSB: die Baureihe Eta. Für mehr als 70 Millionen Euro starteten am Dienstag Neubau und Modernisierung der Produktion.

Bis zum Jahr 2030 sollen etwa 90 Prozent der neuen Pumpenfabrik fertiggestellt sein. In der ersten Ausbaustufe entsteht ein etwa 35 Meter hohes Regallager. Im zweiten Bauabschnitt werde die Montage erneuert, sagte Simon Charrier, Werkleiter der Eta-Fertigung in Frankenthal, am Dienstag beim symbolischen Spatenstich.

Am Stammsitz will KSB an die bereits bestehenden Produktionshallen anbauen. Neu- und Umbau seien ausdrücklich als Projekt im laufenden Betrieb geplant, so Charrier. Die Produktion laufe weiter und werde parallel organisatorisch und technisch auf ein neues Niveau gehoben, sagte Björn Külzer, Leiter der Produktionstechnik. Die Eta-Produktion werde zum Kompetenzzentrum für die neueste Generation elektronisch geregelter Pumpen in Europa ausgebaut. Mit den neuen Hallen und digitalen Prozessen setze der Pumpen-, Armaturen- und Servicespezialist ein Zeichen für die Zukunft , sagte Charrier.

Beschäftigte mitentscheidend

Dass die neue Fertigung in Frankenthal entstehen würde, war nicht von vornherein klar. Letztlich setzte sich das Stammwerk in der internen Abwägung jedoch gegen Standorte in Osteuropa durch. Auch wenn es weder vom Bund, noch vom Land Rheinland-Pfalz eine Förderzusage für dieses Projekt gegeben hat. Mit ausschlaggebend für die Entscheidung, am Stammsitz zu investieren, seien die „unglaublich motivierten und qualifizierten Menschen“ bei KSB in Frankenthal, sagte Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung. Mit der Investition in die neue Eta-Fertigung mit verstärkter Digitalisierung und verbesserten Prozessen bekenne sich KSB mit „unternehmerischem Mut und Zuversicht zum Standort Deutschland“. In das Projekt investiert KSB mehr als 70 Millionen Euro. Es ist laut Timmermann eine der weltweit größten Einzelinvestitionen, die das Unternehmen in seiner bislang 154-jährigen Geschichte getätigt hat.

Timmermann wies aber auch darauf hin, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland für Investitionen immer schwieriger würden, etwa die Unternehmensbesteuerung, hohe Stromkosten oder deutlich gestiegene Sozialabgaben. In Richtung Landesregierung – vor Ort war Simone Schneider (SPD), Staatssekretärin im Mainzer Wirtschaftsministerium – bat Timmermann: „Tragen Sie das nach Hause, das ist Ihr Job.“

Der symbolische Spatenstich im pfälzischen Stammwerk, so Schneider, markiere nicht nur den Baubeginn, sondern sei Beweis für „unternehmerischen Mut in einer herausfordernden Zeit“. Die Entscheidung für das Stammwerk sei bemerkenswert und ein starkes Zeichen für Innovation und die Zukunft des Standorts. Für die Landespolitik sei es Ansporn, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Das Land brauche Unternehmen, die sich für Rheinland-Pfalz entscheiden und die „bereit sind, die Zukunft zu gestalten“, sagte die Mainzer Staatssekretärin Schneider.

1,5 Millionen Eta-Pumpen

Ziel der neuen Fertigung ist es, auch künftig in Frankenthal wettbewerbsfähig bleiben zu können und die Produktionskapazität auszubauen. Mit 365 Beschäftigten im Bereich Eta-Pumpen stellt KSB derzeit jährlich rund 54.000 dieser Pumpen her. Im Jahr 2030 sollen es 65.000 sein. Rund um den Globus sind etwa 1,5 Millionen KSB-Eta-Pumpen im Einsatz. Weltweit beschäftigt KSB 16.920 Mitarbeiter, darunter 2005 am Stammsitz in Frankenthal. Zwar fertige KSB schon heute energieeffiziente und nachhaltig produzierte Eta-Pumpen. Um aber weitere Pumpenreihen auf künftige Energieeffizienz-Anforderungen umstellen zu können, seien die Umbauten notwendig, sagte Standard-Produktionsleiter Simon Charrier.

So sei auch geplant, die Trocknung einer neuen Farbgebungsanlage auf das Nahwärmenetz der neuen Heizzentrale in Frankenthal umzustellen und Photovoltaikanlagen auf den Dächern zu installieren sowie Grünflächen dort anzulegen.

Durch die neuen Anbauten entstehe Platz, damit Bearbeitungsmaschinen, Montage und Logistik neu strukturiert und ältere Hallenteile vor dem Neubelegen kernsaniert werden können, teilte das Frankenthaler Unternehmen mit.

Die Wurzeln der Eta-Pumpen reichen nach Unternehmensangaben bis in die Jahre 1935/36 zurück. Maßgeblichen Anteil habe der junge Ingenieur Fritz Krisam, später KSB-Konstruktionsleiter, gehabt. Er ordnete die verschiedenen einstufigen Kreiselpumpen neu und fasste sie in einer einzigen Baureihe zusammen. Angelehnt an den griechischen Buchstaben, der in der Technik für den Wirkungsgrad steht, habe er ihnen den Namen Eta-Pumpen gegeben.

Die Eta-Pumpe seit weltweit die erfolgreichste standardisierte Wassernorm-Pumpe auf dem Markt und gelte sogar als „die Mutter aller Normpumpen“, so der Konzern.

„Eta ist nicht nur ein Produkt, sondern das Herzstück von KSB“, sagte Stephan Timmermann, der Sprecher der KSB-Geschäftsleitung, beim ersten Spatenstich am Dienstag.

 Beim Spatenstich am Dienstag für die modernisierte Eta-Fertigung: Luftaufnahme mit den in diesem Unternehmensbereich beschäftig
Beim Spatenstich am Dienstag für die modernisierte Eta-Fertigung: Luftaufnahme mit den in diesem Unternehmensbereich beschäftigten Mitarbeiter.
Spatenstich neue Eta-Fertigung in Frankenthal. Von links: Simon Charrier, Werkleiter Eta-Fertigung Frankenthal, Bürgermeister Be
Spatenstich neue Eta-Fertigung in Frankenthal. Von links: Simon Charrier, Werkleiter Eta-Fertigung Frankenthal, Bürgermeister Bernd Knöppel, Eta-Logistik-Mitarbeiter Marcel Guthor, Staatssekretärin Simone Schneider (SPD), Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung, Oberbürgermeister Nicolas Meyer, Björn Külzer, Leiter KSB-Produktionstechnik, Marco Godenschwege, Leiter KSB-Region Europa Zentral, und Harald Hofmann, Produktionsleiter KSB-Region Europa-Zentral.
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