Spritpreise RHEINPFALZ Plus Artikel Wie man am günstigsten tankt – auch in der Pfalz

Spritpreise für Autos mit Verbrennermotoren – ein heißes Thema.
Spritpreise für Autos mit Verbrennermotoren – ein heißes Thema.

18 Spritpreis-Änderungen pro Tag und Tankstelle hat das Bundeskartellamt gemeldet. Jetzt gibt es einen Vorstoß für mehr Preistransparenz. Was Experten Autofahrern raten.

Benzin- und Dieselpreise bewegen Autofahrer, und sie sind in Deutschland auch selbst stets in Bewegung. 18 Preisänderungen pro Tag und Tankstelle hat das Bundeskartellamt Anfang des Jahres gezählt. Bei manchen Tankstellen haben sich die Spritpreise den Angaben zufolge gar 40-mal binnen 24 Stunden geändert oder manchmal noch häufiger.

Geht es nach einem Antrag der grün-schwarzen Landesregierung Baden-Württembergs, der zur Beratung und zum Verweis an die Ausschüsse auf der Tagesordnung der Bundesratssitzung am Freitag steht, soll die Anzahl der Preisänderungen deutlich reduziert werden.

Auch weniger Bürokratie?

Geht es nach Baden-Württemberg, soll die Länderkammer beschließen, die Bundesregierung möge prüfen, wie man die Kraftstoffpreise für Verbraucher wieder transparenter machen könne. Als ein Beispiel wird in dem Antrag Österreich genannt, wo es Tankstellenbetreibern nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt ist, die Spritpreise zu erhöhen. Preissenkungen dürfen häufiger erfolgen.

Zudem „würden bürokratische Belastungen“ verringert, heißt es in dem Antrag: Seltenere Preisänderungen würden die Anzahl der Meldungen der Tankstellen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS) senken. Und die MTS müsste dann weniger Daten an Anbieter von Verbraucher-Informationsdiensten weitermelden, die etwa Tank- und Preisvergleichs-Apps sowie Tank-Preisvergleichsseiten im Internet betreiben.

Das sagt ein Pfälzer Tankstellenbetreiber

„Für mich würde sich nichts ändern“, sagt indes Jörg Grubert, der eine Jet-Tankstelle in Bad Dürkheim betreibt, „für uns steuert alles die Jet-Zentrale in Hamburg elektronisch. Wir haben darauf gar keinen Einfluss.“

„Aus Sicht des ADAC“, ließ der Automobilclub an Anfrage der RHEINPFALZ wissen, „ist das in Deutschland geltende System der freien Preisbildung bei Kraftstoffen deutlich vorteilhafter als Modelle, bei denen etwa nur eine tägliche Preiserhöhung erlaubt ist, wie das in Österreich der Fall ist.“

ADAC fürchtet Nachteil für Verbraucher

Solche Regelungen wie im Nachbarland könnten nach Ansicht des ADAC „dazu führen, dass die Preise von vornherein höher angesetzt werden, da Mineralölunternehmen weniger Spielraum haben, flexibel auf Marktbewegungen zu reagieren – zum Nachteil der Verbraucher“.

Auch der ADAC hat beobachtet, dass es im bundesweiten Schnitt im Tagesverlauf zu rund 20 Preisbewegungen kommt. „Aus Verbrauchersicht lassen sich diese Preisschwankungen gezielt nutzen – insbesondere, da sich in Deutschland klare Preismuster etabliert haben“, so die ADAC-Experten, „wonach morgens tanken meist teurer ist als abends.“

Neben dem Expertenrat zu spritsparendem Fahren – vor allem mit dem Vermeiden von Rasen, von zu starkem unnötigen Beschleunigen und zu hoher Drehzahl – bleibt es also bei der Faustregel: Man sollte nicht morgens um acht tanken, besser abends um acht. Erhebungen des ADAC zufolge ist Kraftstoff zwischen 7 und 8 Uhr am teuersten und oft kurz vor 20 Uhr abends am günstigsten.

Preisvergleiche lohnen weiter

Wie in vielen Bereichen des täglichen Lebens, häufig bei Strom- oder Gaspreisvergleichen oder bei Angeboten von Tagesgeld- und Kreditzinsen, bleibt der aufmerksame Kunde auch an der Zapfsäule gefragt. Das gilt unabhängig davon, ob der aktuelle Antrag auf weniger Spritpreisänderungen eine Chance hat. Die Kraftstoffpreise unterscheiden sich zur gleichen Tageszeit schon jetzt in einem Ort je nach Tankstelle extrem. Auch die Preise in verschiedenen Orten und Regionen sind zur gleichen Zeit zum Teil höchst unterschiedlich.

Am Dienstag kostete laut der Internetseite ich-tanke.de in Kaiserslautern um 13.15 Uhr der Liter Super-E10-Kraftstoff zwischen 1,558 Euro (Globus), 1,569 (Tankstelle am Waschpark sowie HEM und an Jet-Tankstellen) und 1,639 Euro (Esso). Auch beim Diesel war in Kaiserslautern Globus am günstigsten (1,458). Bei der Agip kostete der Liter Diesel laut ich-tanke.de rund 6 Cent mehr.

Der günstigste Tank-Ort Deutschlands

In Landau waren am Dienstag um 13.15 Uhr ich-tanke.de zufolge Gillet und Jet bei E10 mit je 1,579 Euro am günstigsten, Aral war 9 Cent teurer. Je noch einen Cent günstiger (1,459 bei Diesel und bei E10 1,569) war Hornbach ein paar Kilometer von Landau-Mitte entfernt in Bornheim.

Auch der ADAC rät, zu vergleichen und „gezielt dort zu tanken, wo es am billigsten ist; zusätzlich lohnt es sich, Spritpreis-Apps und Vergleichsportale zu nutzen“. Laut der ADAC-Handy-App Drive kostete am Dienstag um 16.20 Uhr ein Liter Diesel in Ludwigshafen zwischen 1,439 Euro etwa bei Winkler 24h (E10: 1,569) und 1,489 Euro bei Esso (E10: 1,599). Später sanken die Preise vielerorts.

Der günstigste Ort Deutschlands zum E10-Tanken am Dienstagnachmittag war, so ich-tanke.de, mit 1,539 Euro pro Liter Großrosseln bei Saarbrücken.

wirt_spritpreisetageszeit_ngen
x