Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Wasgau in der Preisklemme

Der Pirmasenser Lebensmitteleinzelhändler Wasgau betreibt 71 Filialen und zählt 3660 Mitarbeiter.
Der Pirmasenser Lebensmitteleinzelhändler Wasgau betreibt 71 Filialen und zählt 3660 Mitarbeiter.

Der Pirmasenser Lebensmittelhändler Wasgau AG berichtet von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2021. Zurzeit machen dem südwestpfälzischen Unternehmen jedoch steigende Energiepreise und die Beschaffung von Waren wie Speiseöl und Mehl zu schaffen.

Bei der Vorstellung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr ging der Vorstand der Wasgau AG auf die aktuelle Situation ein. In den meisten Filialen seien das Standard-Mehl und Sonnenblumenöl ausverkauft, berichtete Vorstandssprecher Ambroise Forssman-Trevedy am Donnerstag. Allerdings seien genügend Alternativen wie Rapsöl oder andere Mehlsorten vorrätig. Als größte Herausforderung bezeichnete das Vorstandstrio es derzeit, einerseits die Beschaffung von Waren sicherzustellen und andererseits die Preise auf einem vom Verbraucher akzeptierten Niveau zu halten.

Preiserhöhung droht

Mit Blick auf die kürzlich vom Discounter Aldi angekündigte Preiserhöhung bei über 400 Artikeln, sagte Vorstand Elisabeth Promberger, dass steigende Energiepreise sowie die geplante Erhöhung des Mindestlohns wohl auch bei Wasgau dafür sorgen werden, dass die Produkte teurer werden.

Wasgau betreibt 71 Filialen. Im vergangenen Jahr wurden zwei Filialen geschlossen, eine davon in der Pfalz: Der Markt in Wolfstein (Kreis Kusel) sei nicht mehr zukunftsfähig gewesen. Dafür wurde kürzlich in Landau ein Markt eröffnet, bei dem die Wasgau AG ein neues Konzept verwirklicht hat, bei dem unter anderem die Regionalität und die Frische im Vordergrund stünden. Forssman-Trevedy sagte, dass die Anzahl der regionalen Waren im Sortiment von 1640 auf 1716 gestiegen sei. So wolle man einerseits dem Anspruch der Kunden nachkommen, andererseits aber auch Emissionen senken und nachhaltig wirtschaften. 2021 wurden unter anderem Verbrauchermärkte in Pirmasens, Geinsheim und Böhl-Iggelheim modernisiert. Durch den Einbau modernerer Kühl- und Beleuchtungstechnik und andere Maßnahmen hat die Wasgau AG nach eigenen Angaben 1500 Tonnen CO2 eingespart.

Neues Geschäftsfeld: Konditorei

Ein Großprojekt war zudem der Bau einer Konditorei in Pirmasens. 2,5 Millionen Euro hat das Unternehmen investiert, um ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Auf 1200 Quadratmetern werden Feinbackwaren wie Eclairs, Sahnetorten und Torteletts produziert. Sie sollen ab Mai in allen Filialen das Angebot an der Bäckereitheke ergänzen.

Weniger Umsatz als im Vorjahr

2021 hat das Unternehmen mit seinen 3660 Mitarbeitern einen Umsatz von 565 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr waren es 584 Millionen Euro. Die Wasgau AG nimmt jedoch das Vor-Corona-Jahr 2019 als Referenzwert. Damals waren es 545 Millionen Euro Umsatz. Während der Einzelhandel im vergangenen Jahr sehr gut gelaufen sei, setzten dem Unternehmen in der Cash-und-Carry-Sparte die Gastronomieschließungen zu. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen beziffert die Wasgau AG für das Jahr 2021 mit 14,8 Millionen Euro (Vorjahr: 16,9).

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