Wirtschaft VW liebäugelt mit Börsengang der Lkw-Sparte

Placeholder-Image

Das VW-Geschäft mit Lkw und Bussen soll im ersten Quartal 2019 reif für den Gang an die Börse sein, zwingend sei der aber nicht, sagte Spartenchef Andreas Renschler gestern in München. Bis 2025 will die VW-Tochter Weltmarktführer werden.

Das Nutzfahrzeuggeschäft von VW solle binnen Jahresfrist kapitalmarktfähig sein, sagte Nutzfahrzeugchef Renschler. „Das heißt nicht, dass wir automatisch in zwölf Monaten an die Börse gehen, wir wollen das aber dann können.“ Falls die Kapitalmärkte im ersten Quartal 2019 aufnahmefähig seien, würde er den Schritt den VW-Eignern empfehlen. Eventuelle Börsenpläne des Stuttgarter Hauptkonkurrenten Daimler, der seine Nutzfahrzeugsparte derzeit ebenfalls rechtlich abspaltet und das weltgrößte Lkw-Werk im pfälzischen Wörth betreibt, seien kein Grund für einen schnellen Börsengang der vor der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft stehenden Sparte, unterstrich der 2015 von Daimler zu VW gewechselte Manager. VW wird bei einem Börsengang des Bereichs mit zuletzt 24 Milliarden Euro Jahresumsatz und weltweit 81.000 Beschäftigten die Mehrheit behalten. Vermutungen, im ersten Schritt werde etwa ein Viertel der Anteile zum Verkauf angeboten, wollte er nicht kommentieren. Der Erlös, der nach Schätzungen bis zu 7 Milliarden Euro betragen könnte, verbliebe in dem Segment und flösse nicht dem Mutterkonzern zu, hätten die VW-Gremien beschlossen. Der Firmensitz soll von Braunschweig nach München wechseln, wo die Marke MAN residiert. Bis 2025 soll die VW-Trucksparte Weltmarktführer Daimler überholen. Diese geplante Expansion verschlingt ebenso wie der technologische Wandel mit elektrifizierten Stadtbussen und vernetzten Robotertrucks viel Geld. Während die Sparte in Deutschland, Europa und Brasilien für sich die Marktführerschaft reklamiert, ist die Präsenz in den USA und Asien ausbaufähig.

Mehr zum Thema
x