Ratgeber RHEINPFALZ Plus Artikel Urlaub mit dem E-Auto: Wo gibt es Ladesäulen?

Die Anzahl der E-Ladesäulen in Europa wächst. Einige Länder haben allerdings noch kein flächendeckendes Netz. Deswegen sollten E
Die Anzahl der E-Ladesäulen in Europa wächst. Einige Länder haben allerdings noch kein flächendeckendes Netz. Deswegen sollten E-Autofahrer vor langen Reisen eine Karte mit Ladepunkten zur Hand haben.

Die Herbstferien in Rheinland-Pfalz stehen kurz bevor. Ein Urlaub im europäischen Ausland liegt da nahe. Eine Reise mit dem E-Auto verspricht Vorteile und kuriose Eigenheiten.

Viele Familien machen im Oktober Urlaub. Einige fahren mit dem Auto an die Nordsee, andere hoffen auf die letzten sommerlichen Sonnenstrahlen am Mittelmeer. Mit einem E-Auto werden sie auf die Probe gestellt. Einige Länder haben keine flächendeckende Lade-Infrastruktur, überzeugen dafür aber mit Serviceleistungen.

Wie viele E-Ladesäulen gibt es in Europa?
In Europa gibt es laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) rund 120.000 Ladesäulen und 360.000 einzelne Ladepunkte für E-Autos.

Wie gut ist Deutschland mit E-Ladesäulen ausgestattet?
Deutschland verfügt über ein Ladenetzwerk mit rund 150.000 Ladepunkten, teilt der ADAC mit. Die Ladestationen befänden sich hauptsächlich entlang der Hauptverkehrsachsen und rund um größere Städte, berichtet der ADAC auf seiner Homepage. So gäbe es beispielsweise in Hamburg über 280 und in Berlin über 250 Ladepunkte pro 100 Kilometer Straße, in Baden-Württemberg und NRW sind es über 70. Etwas weniger dicht ist das Netz in ländlichen Gebieten.

Wie verhält sich das im europäischen Vergleich?
E-Ladesäulen gibt es überall in Europa. Doch die Häufigkeit schwankt enorm. So gibt es eine relativ große Verteilung der E-Ladesäulen in Deutschland (mit im Schnitt 51,4 Ladepunkte pro 100 Kilometer Strecke), Österreich (47,6 pro 100 Kilometer), der Schweiz (55,2 pro 100 Kilometer), Luxemburg (85,2) und den Niederlanden mit 111,8 pro 100 Kilometer. Dahinter folgen Dänemark (37,6 pro 100 Kilometer), Norwegen mit 17 Ladepunkten pro 100 Kilometer und Belgien mit 13,7. In den Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer sinkt die Anzahl der E-Ladesäulen drastisch. So hat Frankreich nur noch 8,7 Ladepunkte pro 100 Kilometer, Italien 7,5 und Kroatien 5,4. Das Schlusslicht im Südosten ist Griechenland mit nur 1,86 Ladepunkten pro 100 Kilometer. Auch in Spanien ( 1,2) und Portugal (0,5) sind die E-Ladesäulen nicht flächendeckend vertreten. Auch in Großbritannien (3,3 Ladepunkte pro 100 Kilometer) und in Irland (0,4) ist das E-Ladenetz nicht gut ausgebaut. Wer mit dem E-Auto in den Osten Europas reisen möchte, wird ebenfalls nicht viele E-Ladepunkte finden: In Polen (1,1), Tschechien (2,2), der Slowakei (4,3), Ungarn (4) oder aber in Rumänien (1,5) und Bulgarien (1,2) ist das Netz noch ausbaufähig.

Gibt es in den Ländern selbst regionale Unterschiede?
Ja und das nicht selten. In Spanien beispielsweise ist der Norden des Landes am besten mit Ladestationen versorgt, speziell das Baskenland ist mit über zehn Ladepunkten pro 100 Kilometer vertreten, gefolgt von Katalonien mit knapp vier. In Frankreich gibt es mit über 30 Ladepunkte pro 100 Kilometer im Umkreis um die Hauptstadt Paris. Ähnlich ist es in Großbritannien, wo sich um Greater London rund zehn Ladepunkte innerhalb von 100 Kilometern befinden. In Italien ist der Norden am besten mit Ladestationen versorgt, beispielsweise Südtirol und Trentino mit über 20 Ladepunkten pro 100 km.

Wo sind Parkplätze für E-Autos kostenfrei oder vergünstigt?
In Barcelona sind Elektrofahrzeuge mit einer „electric vehicule card“ in blauen Parkzonen von Parkgebühren befreit. In Kopenhagen dürfen Elektrofahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen kostenlos parken. Auf ausgewählten Supermarkt-Parkplätzen in Frankreich, Belgien und Österreich können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. In einigen Städten in Großbritannien ist das Parken während des Ladevorgangs für Elektrofahrzeuge kostenfrei. Einige Städte in Italien bieten für E-Autos kostenfreie Parkmöglichkeiten an, meist muss jedoch vorab das Autokennzeichen registriert werden. In den Niederlanden fällt in der Regel während des Ladens an öffentlichen Ladesäulen eine Parkgebühr an. In einigen kleineren Städten muss allerdings während des Ladens kein Parkticket gelöst werden. Elektroautos parken in Polen auf öffentlichen Parkplätzen gebührenfrei. In bestimmten Bereichen können E-Autos in Portugal kostenlos parken. In der Slowakei und in Ungarn müssen Elektrofahrzeuge für das Parken während des Ladens an öffentlichen Ladestationen nicht bezahlen.

Wo gibt es kostenlose Ladesäulen?
Entlang des Brennerpasses in Italien befinden sich nach Angaben des ADAC einige kostenlose Ladesäulen. Auch auf einigen Supermarkt-Parkplätzen können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen, zum Beispiel bei Lidl. Dabei ist Italien keine Ausnahme. Auch in Belgien, können Kunden auf einigen Supermarkt-Parkplätzen kostenlos laden. In Kroatien gibt es zum Teil noch kostenlose öffentliche Ladestationen. Auf einigen Supermarkt-Parkplätzen in Luxemburg können Kunden kostenlos Ladesäulen nutzen. Gleiches gilt auch für Ladesäulen bei schwedischen Supermarkt-Parkplätzen. In der Slowakei und auch in Tschechien ist das etwa bei Billa der Fall.

Was gilt es außerdem zu beachten?
In Griechenland ist es seit April 2024 verboten , mit voll aufgeladenen Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen auf einer Fähre einzuchecken. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Akkus dieser Autos künftig nur noch einen Ladestand von maximal 40 Prozent aufweisen. Elektrofahrzeuge sind in den Niederlanden von den in einigen Städten geltenden Umweltzonen ausgenommen. Eine Registrierung oder eine Umweltplakette ist nicht erforderlich. In Norwegen verbieten einzelne Reedereien den Transport von E-, Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen auf ihren Fähren.

Wie kann man sich auf eine Fahrt mit dem E-Auto vorbereiten?
In einer Karte auf der Homepage des ADAC befinden sich alle des Clubs bekannten Ladestationen in Europa. Diese können mit der Eingabe der Postleitzahl oder per Mausklick auf der Karte gefunden werden. Alle Ladesäulen lassen sich dort aber nicht finden. Von den 120.000 in Europa weist die Karte des ADAC 38.000 Punkte auf. Ein weiterer Anbieter für Karten von Ladestationen ist charemap. Auch dort finden sich viele Stationen.

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