Pfälzer Baumarkt-Unternehmen
Umsatzsteigerung in Krisenzeiten: Wie Hornbach von der Gartenlust profitiert
Kündigen die ersten warmen Tage den bevorstehenden Frühling an, holen viele Pfälzer erstmal den Grill aus dem Keller und besorgen sich die ersten Frühblüher für ihren Garten. Für die meisten Deutschen gibt es keinen besseren Rückzugsort als die eigene Grünfläche rund ums Haus.
Und das sind gute Nachrichten für die Hornbachgruppe mit Sitz im südpfälzischen Bornheim. Denn das Unternehmen wird auch das Geschäftsjahr 2025/26 aller Voraussicht nach erfolgreich abschließen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Zahlen des SDax-Konzerns hervorgeht.
Und das liegt vor allem an der Liebe der Deutschen zur eigenen Grünanlage, erklärt Erich Harsch. „Derzeit sind Projekte rund um Garten, Terrasse oder Balkon bei den Kunden sehr beliebt. So wie jedes Jahr zu Beginn des Frühlings“, so der Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG, die rund 95 Prozent des Umsatzes der gesamten Gruppe verantwortet.
Gartenartikel sehr beliebt
Die Menschen kämen in die Baumärkte, um sich Frühblüher, Gemüse- und Kräuterpflanzen oder Sämereien zu besorgen. „Alles, was man braucht, um es sich draußen schöner zu machen. Teilweise werden auch schon die Gartenmöbel, Grills und Pizzaöfen gereinigt und neu angeschafft“, betont Harsch auf RHEINPFALZ-Anfrage.
Demnach wird der Nettoumsatz der Gruppe 2025/26 mit rund 6,4 Milliarden Euro über dem Niveau des Vorjahres liegen – ein Plus von 3,8 Prozent. Der Betriebsgewinn (bereinigte Ebit) lag im vergangenen Geschäftsjahr mit 264,7 Millionen Euro trotz gestiegener Kosten nahezu auf dem Vorjahresniveau – damals waren es 269,5 Millionen Euro.
Umsatzsteigerung auch im Winter
Dass die Auswahl der Hornbach Baumärkte für alles rund um Haus und Garten gut bei den Kunden ankomme, belegen für Harsch die Umsatzentwicklungen in dem Unternehmensbereich. Die Hornbach Baumarkt AG konnte seine Marktanteile im europäischen Geschäftsgebiet weiter steigern, eröffnete vier weitere Baumärkte im vergangenen Jahr und erzielte ein Umsatzplus von 4,0 Prozent. „Unsere Leistung im Geschäftsjahr 2025/26 basiert auf dem täglichen Einsatz unserer Teams in den Märkten und auf einer klaren Ausrichtung an den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden.“
Sogar im für Baumärkte traditionell schwierigen Winterquartal konnte das Pfälzer Unternehmen seinen Konzernumsatz um 3,8 Prozent auf fast 1,3 Milliarden Euro steigern – und das trotz der saisonal bedingten schwachen Nachfrage etwa nach Garten- und Pflanzenartikel. Das Betriebsergebnis lag im vierten Quartal allerdings trotzdem mit 34,8 Millionen Euro im Minus.
Scheidender Vorstandsvorsitzender
Und trotzdem: Während angesichts internationaler Wirtschaftskrisen viele anderen Branchen in Deutschland schwanken, bleibt das Baumarkt-Geschäft recht stabil. Das Konsumumfeld sei in Teilen Europas herausfordernd – „umso wichtiger ist ein Geschäftsmodell, das auch in volatilen Phasen trägt“, sagt Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AG. Die starke Präsenz der Hornbach Gruppe in Europa trage „dazu bei, dass wir kontinuierlich Marktanteile gewinnen“, erklärt der 71-Jährige, der Ende Oktober aus dem Vorstand der Muttergesellschaft ausscheiden wird.
Sein designierter Nachfolger ist der aktuelle Vorstandsvorsitzende der Hornbach Baumarkt AG: Erich Harsch. Dem 64-Jährigen steht keine einfache Aufgabe bevor. „Das neue Geschäftsjahr 2026/2027 wird ein ganz wichtiges für das Unternehmen. Wir erleben geopolitische Ereignisse, mit bislang nicht absehbaren Auswirkungen auf Lieferketten und Rohstoffpreise“, erklärt er.
Expansion nach Serbien
Und trotzdem habe das Unternehmen im kommenden Jahr auch eigene große Projekte. Allen voran die Expansion der Baumarktkette nach Serbien. „Eine neue Landesgesellschaft aufzubauen, ist ein Meilenstein für unsere Entwicklung. Wir wollen für die Menschen in Serbien Mehrwerte schaffen“, sagt er. Bislang ist Hornbach europaweit in neun Ländern mit 176 Bau- und Gartenmärkten vertreten, Serbien wird als zehnter Zielmarkt angepeilt.
Weniger erfolgreich beendete derweil die Hornbach Baustoff Union das vergangene Geschäftsjahr. Der Umsatz beim Baustoffhandel, der rund 5 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, sank um 1,3 Prozent auf 352,4 Millionen Euro. Die Nachfrage nach Baustoffen sei weiterhin beeinträchtigt von der schwachen Entwicklung im deutschen Bausektor, heißt es vonseiten des Pfälzer Unternehmens mit insgesamt 39 Baustoffhandels-Niederlassungen.
Mitarbeiteranzahl bleibt stabil
Erfreulicher hingegen sind die Mitarbeiterzahlen der Gruppe, die auf einem stabilen Niveau bleiben. Zum Stichtag 28. Februar 2026 gab es 12.347 Mitarbeiter in Deutschland und damit ähnlich viele wie im vergangenen Jahr (12.439 Mitarbeiter). Allein in der Pfalz arbeiten derzeit rund 2689 Menschen für das Unternehmen.
Trotz der Krisen auf der Welt erwartet das Unternehmen nun zum Frühlingsstart im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres wieder einen saisonalen Aufschwung. Denn in den nächsten Wochen werden wohl wieder viele Pfälzer hastig in den Baumarkt eilen und sich dort eindecken, um ihren Garten zuhause wieder auf Vordermann zu bringen.