Wirtschaft
Trotz Verkaufsverbot: Händler werben für Silvesterfeuerwerk
Seit dem 22. Dezember ist amtlich, was am 13. Dezember beschlossen wurde: Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk ist in diesem Jahr bundesweit untersagt. Grund dafür ist das Coronavirus: Das Verkaufsverbot soll Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht verhindern, um die ohnehin stark beanspruchten Krankenhäuser zu entlasten. Aber wieso zeigen einige Handelsketten dann in ihren aktuellen Werbeprospekten auf mehreren Seiten Raketen und Böller?
Eine Sprecherin von Aldi Süd erklärte am Montag gegenüber der RHEINPFALZ, dass das finale Verbot für den Discounter sehr kurzfristig gekommen sei. „Da wir die Bewerbung unserer Aktionen mit einem großen zeitlichen Vorlauf planen, wurden die entsprechenden Angebote in unseren Werbemitteln zum Teil bereits veröffentlicht und verteilt“, so die Sprecherin. Selbstverständlich halte sich Aldi Süd aber an das Verbot und werde in diesem Jahr keine Feuerwerkskörper anbieten. Üblicherweise startet der Verkauf von Knallern und Raketen am 29. Dezember.
Roter Störer mit Hinweis auf Verkaufsverbot
In einem Teil der Aldi-Prospekte, die an die Haushalte verteilt wurden, konnte der Discounter noch einen rot unterlegten, diagonal über die Seite verlaufenden Störer platzieren: „Aufgrund des Regierungsbeschlusses findet in diesem Jahr kein Feuerwerksverkauf statt.“
Auf der Internetseite von Aldi habe man das Feuerwerksangebot bereits entfernt. Allerdings findet man den Prospekt noch bei sogenannten Fremdanbietern.
Handelsverband kritisiert Verbot
Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) verweist darauf, dass der Druck von Werbeprospekten häufig lange Zeit im Voraus geplant werde. „Eine kurzfristige Reaktion auf das beschlossene Feuerwerksverbot war vielen Händlern daher nicht möglich“, teilte eine Sprecherin mit.
Der HDE kritisiert das Verkaufsverbot. Zwar stehe man zu den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, aus Sicht des Verbands könnte das Verbot aber dazu führen, dass es vermehrt zum Kauf „gefährlicher illegaler Pyrotechnik auf dem Schwarzmarkt“ komme.