Wirtschaft Rechtsschutz für jedermann

Zwei Jahre lang hat sich Deutschlands mitgliederstärkster Verein, der Autofahrerverein ADAC, neu sortiert. Nun ist die neue Strategie auch in ökonomischer Hinsicht fertig: Der Club macht der Versicherungswirtschaft Konkurrenz und bietet Policen künftig für jedermann an.
Erstes Produkt ist eine Rechtsschutzversicherung. Um die Police zu erhalten, muss man nicht mehr wie bisher eines der gut 20 Millionen Clubmitglieder sein. Die sollen aber Vorteile genießen, sagte ADAC-Vorstandsmitglied Marion Ebentheuer in München: Mitglieder sollen 5 Prozent Beitragsrabatt erhalten. Mit 2,1 Millionen Rechtsschutzpolicen ist der Verein zwar heute schon bundesweit die Nummer drei hinter Arag und Allianz. Bisher beschränkte sich der Club aber auf Verkehrsrechtsschutz. Die neue Police wird um Privat-, Wohn- und Berufsrechtsschutz ergänzt. Kritik, der Club vermenge seine Stellung als Verein unzulässig mit der eines Wirtschaftsunternehmens, weist Ebentheuer zurück. Dank der Organisationsreform seien Club und Wirtschaftsaktivitäten rechtlich sauber voneinander getrennt. Gleichwohl kündigte sie an, dass jede neu gestaltete ADAC-Police auch an Nicht-Mitglieder verkauft werde, etwa demnächst bei Reiserücktrittspolicen. Im Vertrieb sieht sich der Münchner Verein im Vergleich zur Assekuranz in einer komfortablen Position. Eigene Policen könne man nicht nur über rund 200 Geschäftsstellen bundesweit verkaufen, sondern werde das künftig auch verstärkt per Telefon und per Internet tun. Im Wettbewerb mit Großkonzernen kann der Club durchaus bestehen. Während die Branche der Rechtsschutzversicherer in den vergangenen Jahren Verluste machte, schreibe der ADAC schwarze Zahlen, so Ebentheuer.