Wirtschaft Razzia: 9800 Tonnen Lebensmittel beschlagnahmt

Den Haag. Erdnüsse in Haselnussprodukten, gepanschter Rotwein, alte Sardinen neu verpackt: Bei einer gemeinsamen Razzia von Europol und Interpol sind weltweit „potenziell gefährliche“ Lebensmittel im Wert von 230 Millionen Euro beschlagnahmt worden.

Es handelte sich um alltägliche Produkte wie Mineralwasser, Wein und Olivenöl, aber auch um Luxuswaren wie Kaviar. Behörden in 61 Ländern beschlagnahmten 9800 Tonnen Lebensmittel und mehr als 26 Millionen Liter Getränke. In Deutschland kontrollierten die Lebensmittelüberwachungsbehörden schwerpunktmäßig Haselnussprodukte – zusammen 545 Tonnen Ware, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte. Gerösteten gehackten Haselnüssen aus Georgien waren zum Beispiel 8 Prozent Erdnüsse beigemischt, bei Haselnusspaste aus Italien wiesen die Behörden in einem Fall bis zu 45 Prozent Cashewnüsse nach, in einem anderen rund 27 Prozent Mandeln – und zwar ohne Kennzeichnung. Da bestimmte Nüsse bei manchen Menschen Allergien auslösen können, ist die Beimischung gesundheitsgefährdend. Der Einsatz namens Opson VI fand Ende 2016 und Anfang 2017 statt. In Frankreich fanden die Kontrolleure Würzwürfel mit falschen Aufklebern einer bekannten Marke. In Portugal beschlagnahmten die Behörden mehr als 300.000 Dosen mit Sardinen, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums in Tomatensoße gelegt und neu verpackt wurden. In Italien zogen die Kontrolleure gepanschten Rotwein aus dem Verkehr, dem reiner Alkohol zugefügt wurde, um den Alkoholgehalt heraufzusetzen. In Dänemark kam heraus, dass viele Olivenöle der ersten Güteklasse Extra Vergine nur Öle der minderen Güteklasse Lampant waren – so wird ein Olivenöl genannt, das aus verdorbenen, vom Boden aufgesammelten Oliven gemacht wird. |afp

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