Wirtschaft Linde: Vor Fusion Umsatz und Gewinn stark gestiegen

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«München.» Vor der geplanten Fusion mit dem US-Rivalen Praxair wächst der Industriegasekonzern Linde überraschend stark.

Dank guter Geschäfte in der von den Amerikanern kritisch beäugten Anlagenbausparte kletterten die Erlöse im zweiten Quartal um 1,1 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie Linde gestern mitteilte. Der Betriebsgewinn stieg um 3,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Bei Herausrechnung von Wechselkurseffekten legten Umsatz und Ergebnis sogar jeweils um rund 8 Prozent zu. Dass der Umsatz höher als erwartet ausfiel, lag aber auch daran, dass Linde ein früher zum Verkauf gestelltes Konzernsegment nun doch behält: Weil sich für die Kühllogistiktochter Gist kein Käufer fand, nahm Linde sie rückwirkend wieder in die Bilanz auf. Der Konzern hatte das laut Insidern mit rund einer halben Milliarde Euro bewertete Segment zwei Jahre lang ins Schaufenster gestellt. Die Anlagenbausparte, die traditionell weniger profitabel ist als das wesentlich größere Geschäft mit Gasen wie Sauerstoff oder Stickstoff, steigerte ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal um 35 Prozent auf 762 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis legte sogar um 75 Prozent auf 77 Millionen Euro zu. Damit erhöhte sich die Umsatzrendite um 2,3 Punkte auf 10,1 Prozent. Weil die Renditen im Gasegeschäft oft dreimal so hoch sind, hatte Praxair bereits Zweifel an einer Fortführung des Anlagenbaus geäußert, wenn sich die beiden Konkurrenten zum weltgrößten Industriegasekonzern zusammenschließen.

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