Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel KSB: Gute Zahlen – und Tablets für die Lehrlingstasche

Die Lehrwerkstatt am Stammsitz von KSB in Frankenthal.
Die Lehrwerkstatt am Stammsitz von KSB in Frankenthal.

Der Pfälzer Pumpenkonzern KSB setzt seine positive Gewinnentwicklung fort. KSB baut stark auf Aus- und Weiterbildung. Auch digital. Handys sind dennoch manchmal verboten.

Es ist recht still in der großen Halle an der Frankenthaler Johann-Klein-Straße. Die Azubis schrauben und werkeln mit konzentrierten Blicken in der Lehrwerkstatt des Frankenthaler Pumpen- und Armaturenherstellers KSB. Kein Handy bimmelt. Es bleibt weitgehend ruhig, auch wenn zuweilen kurz geredet, gelächelt und auch gelacht wird. Es wird gearbeitet. Es soll ja weiter aufwärtsgehen beim zuletzt erfolgsverwöhnten S-Dax-Konzern.

Trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage hat KSB seine positive Entwicklung auch im dritten Quartal des laufenden Jahres fortgesetzt. Das hat der weltweit tätige Konzern am Dienstag mitgeteilt.

KSB steigert Ergebnis

Auftragseingang, Umsatz und das um die Kosten der Einführung eines neuen SAP-Softwaresystems bereinigte Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (Ebit) liegen den Angaben zufolge über der Vorjahresperiode. Damit strebe man – vorbehaltlich eines ordentlichen Ergebnisses in den letzten drei Monaten 2025 – „erneut auf ein Rekordjahr“ zu, sagt Stephan Timmermann, Sprecher der KSB-Geschäftsleitung.

„Die weltweite Investitionszurückhaltung, die damit einhergehende Wirtschaftsabschwächung und der Wertverlust des US-Dollars haben auch das dritte Quartal für KSB zu einer Herausforderung gemacht“, sagt Timmermann. „Gleichwohl haben wir die positive Unternehmensentwicklung fortgeschrieben.“

Wichtige Säulen der Ausbildung bei KSB

Um auch in Zukunft erfolgreich sein zu können, dafür sieht KSB in intensiver Aus- und Weiterbildung einen wichtigen Baustein. Das Konzept des Unternehmens fußt dabei auf verschiedenen Säulen, betont Martina Szautner, als Leiterin Human Resources Chefin der Personalabteilung.

Ein wesentlicher Bestandteil der Aus- und Weiterbildung bei KSB ist eine interne weltweite digitale Lernplattform. „Dort stellen alle die für die jeweilige Arbeit bei KSB wichtigen Lerninhalte digital zur Verfügung“, sagt Axel Krebs, bei KSB Leiter des Global Learning Centers. Die Beschäftigten sollen sich auch mittels dieser Plattform fortlaufend weiterbilden. Lernende aus 64 Ländern greifen auf diese zentrale digitale Wissensdatenbank zu, sagt Krebs. Es geht um Lerninhalte verschiedenster Art – um maschinenbauspezifisches Wissen oder Kenntnisse zu Wasserstoff, Kernenergie, in Betriebswirtschaft oder Fremdsprachen. Praxis-Erfahrungen von KSB-Mitarbeitern, die anderen Beschäftigten helfen könnten, werden ebenfalls eingespeist. „Zum Beispiel: Welche Fragen gilt es zu beachten, wenn ich geschäftlich nach Korea reise? Es ist sozusagen eine lebende Wissensbasis“, sagt Timmermann.

Lernen in den Alltag packen

„Das Lernen muss in den Arbeitsalltag integriert werden. Beschäftigte müssen sich bewusst werden, dass sie mit Weiterbildung und permanentem Lernen auch ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit sichern“, sagt Krebs. Digitalisierung und die zunehmende Integration von künstlicher Intelligenz (KI) zur Unterstützung bei der Wissensvermittlung spielen für KSB eine wichtige Rolle. „Das kontinuierliche Lernen ist für den Standort Deutschland ein absolutes Muss“, sagt Timmermann. „Wenn wir das nicht kultivieren, sind wir morgen weg vom Fenster. Wir müssen Veränderung liebhaben, sonst werden wir in Schönheit sterben.“

Für KSB hat das Service-Segment, etwa die Wartung verkaufter Pumpen, auch kombiniert mit der Lieferung von Ersatzteilen, in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Um auf dem Laufenden zu bleiben, ist Weiterbildung gerade in diesem Bereich essenziell. Dem will man unter anderem mit der KSB-Service-Akademie Rechnung tragen. „Die Lerninhalte sind innovativ und KI-gestützt“, sagt Peter Reisch, Direktor der KSB SupremeServ Academy.

Wer bei KSB die Fachkräfte von morgen sind

Viele Fachkräfte von morgen bilde man selbst aus, sagt Rüdiger Köpp, Leiter der KSB-Berufsausbildung in Frankenthal. Bis zu 160 Azubis gleichzeitig habe man am Standort Frankenthal, ob in der Lehrwerkstatt oder in den Büros. „Unsere Azubis bekommen zum Start ein Tablet mit den gesamten Ausbildungsinhalten. Sie können auf das Wissen unserer Lernplattform auch über die Cloud zugreifen“, sagt Köpp. KSB arbeitet mit den Azubis an digitaler Lernkompetenz, integriert KI in den Alltag. Auch Sozialkompetenz wird trainiert, etwa mit Knigge-Kursen. Ein wichtiger Punkt: die Konzentrationsfähigkeit in Zeiten von Social Media. Wie bei vielen jungen Leuten sei auch bei vielen KSB-Azubis zu beobachten, dass sie sich nur kurz auf etwas wirklich konzentrieren können, sagt Köpp. „30, 40 Sekunden. So lange etwa, wie eben ein Video auf Tiktok oder Instagram dauert“, ergänzt der Ausbildungsleiter.

Handys manchmal nur ausnahmsweise gestattet

Daher habe man reagiert und die Anfangsunterweisungen in der Ausbildung in viele kurze Einheiten zerlegt. Und: Die Azubis dürfen ihr Handy während der Arbeit nicht benutzen, nur in den Pausen oder ausnahmsweise aus wichtigen Gründen. Das gebiete schon die Arbeitssicherheit, etwa bei Tätigkeiten an der Maschine.

KSB bilde an den deutschen Standorten Frankenthal, Pegnitz und Halle an der Saale aus, sagt Konzernchef Timmermann, habe alles in allem rund 280 Azubis. Stolz sei man darauf, „dass wir zum dritten Mal in kurzer Folge für die beste Ausbildung bei deutschen Maschinenbauern geehrt worden sind“, sagt Timmermann, der gute Aus- und Weiterbildung als unabdingbar ansieht. Was der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer bei einem Besuch bei KSB unterstrichen hat. „Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, was wir im ersten Lebensdrittel gelernt haben“, sagt Schweitzer mit Blick auf Schulbildung und die weitere akademische oder nichtakademische Erstausbildung. Diese Zeiten seien vorbei, heutzutage sei lebenslanges, stetiges Lernen für jeden in der Arbeitswelt unabdingbar – gerade auch mit Blick auf die Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

Knapp 2000 Mitarbeiter in der Pfalz

KSB mit seinen 16.400 Mitarbeitern weltweit, davon 1900 in der Pfalz, sieht sich auf Kurs – auch was die Zahlen angeht. In den ersten neun Monaten 2025 hat KSB den Auftragseingang um 2,7 Prozent auf 2,448 Milliarden Euro erhöht und den Umsatz um 2,8 Prozent auf 2,233 Milliarden Euro (davon 768 Millionen Euro im dritten Quartal). In den ersten drei Quartalen 2025 erzielte KSB einen operativen Gewinn (Ebit) von 186,3 (entsprechende Vorjahreszeit 188,8) Millionen Euro respektive 78,3 (72,5) Millionen Euro im dritten Quartal.

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