Wirtschaft Kommentar: Zumindest peinlich

Placeholder-Image

In dem höchst sensiblen Bereich

der Abgassoftware

hätte es bei BMW

keine Panne geben dürfen.

Audi

hat es 2017 am Tag der Bilanzvorlage erwischt und danach noch mehrmals, BMW nun am Tag vor der gestrigen Bilanzpressekonferenz. Auch andere Autobauer bekommen in diesen Zeiten Besuch von der Staatsanwaltschaft. Razzien wegen Verdachts auf Abgasmanipulationen in Zentralen deutscher Autobauer sind keine Seltenheit mehr. Leider. Bei BMW wiegt schwer, dass sich die Bayern bislang in puncto Abgassoftware als Saubermänner dargestellt haben. Nun ermittelt in München die Staatsanwaltschaft auch gegen den vermeintlichen Vorzeigekonzern. Am Ende könnte ein Freispruch stehen und das Einstellen der Ermittlungen. Oder ihre Ausweitung, wie das bei Audi in den letzten Wochen geschehen ist. Noch sind die Dimensionen allerdings andere. Bei BMW geht es um 11.400 Fahrzeuge und die Möglichkeit, dass es sich doch nur um einen Software-Irrtum gehandelt hat. Bei Audi handelt es sich um das 20-fache Volumen, ganz zu schweigen von den Dimensionen im gesamten VW-Konzern. In Braunschweig und München wird konkret gegen ehemalige VW- und Audi-Manager ermittelt, im Fall von BMW gegen unbekannt. Selbst im günstigsten Fall einer Softwarepanne bliebe die Angelegenheit aber für BMW mehr als peinlich. In einem höchst sensiblen Bereich, wo bei keinem Autobauer nach der Vorgeschichte des VW-Abgasskandals mehr etwas schiefgehen sollte, hätte es dann bei BMW eine Panne gegeben. Das wäre Organisationsversagen in einem besonders schweren Fall und auch als solches auch imageschädigend.

x