Wirtschaft Kommentar: Opel auf dem Weg in die Gewinnzone

Die Einschnitte sind schmerzlich, aber die PSA-Strategie ist richtig: Nur durch geringere Kosten kann die Marke Opel wieder Profit abwerfen.

Fast zwei Jahrzehnte steckt Opel bereits im Jammertal der roten Zahlen. Immer und immer wieder hieß es unter dem Dach von GM, man sei auf dem Weg zurück in die Profitabilität. Doch es wurde nichts daraus. Jetzt, unter PSA-Regie, werden entschlossen Nägel mit Köpfen gemacht. Die Strategie der Franzosen mit ihren Marken Peugeot, Citroën, DS und nun Opel, baugleiche Fahrzeuge anzubieten, die sich überwiegend durch Design-Aspekte unterscheiden, ist richtig. Denn so werden immense Entwicklungskosten eingespart. Die Kehrseite ist, dass – wie zu erwarten – Arbeitsplätze wegfallen. Gewohnte Produktionsabläufe sind passé, Kapazitätsüberschneidungen werden gekappt. Auch die Marken-Identität kann Schaden nehmen. Doch der Aspekt, dass ein Opel gar kein echter Opel ist, sondern ein verkappter Peugeot, mag die Mehrheit potenzieller Kunden nicht schrecken. Für sie zählen vor allem attraktive Formen, Nutzwert, Solidität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Schließlich gab es auch zu GM-Zeiten viele, allerdings inkonsequente und eher willkürliche Überschneidungen mit US-Marken wie Chevrolet oder Buick. Es war klar, dass PSA bei Opel aufräumt und Belegschaft, Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter teils gegen sich aufbringt. Langfristig werden die schmerzlichen Einschnitte der Marke aber nutzen. Schon jetzt sind Erfolge ablesbar, während der Volumenhersteller Ford aufgrund struktureller Nachteile zum neuen europäischen Sorgenkind wird. Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer hat ermittelt, dass Ford Europe im ersten Halbjahr im reinen Fahrzeuggeschäft ein Betriebsergebnis von nur 47 Euro pro Auto erzielte. Bei der PSA-Tochter Opel/Vauxhall waren es immerhin 878 Euro und bei der PSA-Mutter 1141 Euro. Schwierig bleibt Europa auch für Fiat-Alfa sowie für Toyota. Kosten sparen durch gemeinsame Plattformen und Gleichteile, dazu Jobs abbauen: Das ist das Rezept, wie Volumenhersteller überleben können, falls sie sich nicht gleich in Europa zusammentun, wie PSA und Opel, oder wie – nichts ist unmöglich – Ford und Fiat.

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