Wirtschaft Kommentar: Knappe Kapazitäten

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In immer mehr Bahnknoten werden die Gleise knapp. Der Mannheimer Hauptbahnhof ist zum Glück gerade um einen Bahnsteig erweitert worden.

Auch wenn im Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) immer wieder einiges schief geht – die Nachfrage steigt, und zwar vor allem da, wo sich das Angebot verbessert hat wie auf der Strecke von München nach Berlin. Die DB will das Zugangebot nun weiter ausbauen, stößt dabei aber zunehmend auf Engpässe insbesondere in den Knotenbahnhöfen. Deren Ausbau wurde in den vergangenen Jahrzehnten sträflich vernachlässigt. In München wären zusätzliche Gleise, die es im Holzkirchner Flügelbahnhof schon einmal gab, nun hilfreich. Die übrigen Gleise an dieser Stelle sind wegen des langen Fußwegs zur Haupthalle zwar nicht sehr beliebt, aber sie werden angesichts des wachsenden Verkehrs dringend gebraucht – nun zunehmend auch für Fernzüge. Einen heftigen Streit um die knappen Bahnsteiggleise des Hauptbahnhofs gibt es derzeit besonders in Köln. Dort fordert der Nahverkehrsaufgabenträger, dass mehr ICE am Hauptbahnhof vorbeigeleitet werden, um Platz für weitere Regionalzüge zu schaffen. Betroffen wäre davon auch die ICE-Linie von München über Mannheim nach Dortmund. Die Verknüpfung von Nah- und Fernverkehr in zentralen Hauptbahnhöfen ist aber ein ganz wesentlicher Trumpf des deutschen Bahnsystems, der aus Kundensicht große Bedeutung hat. Es ist gerade in dieser Perspektive ein wichtiger Fortschritt, dass im Mannheimer Hauptbahnhof kürzlich ein neuer Bahnsteig mit zwei zusätzlichen Gleisen in Betrieb gegangen ist. Umso absurder wirkt es dagegen, dass in Stuttgart die Anzahl der Bahnsteiggleise durch das Milliardengrab „Stuttgart 21“ von 16 auf acht halbiert wird.

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