Wirtschaft Kommentar: Der Wert der wahren Wörther

Martin Daum lenkt seit einem Jahr die Daimler-Lkw-Sparte. Früher war er Chef in Wörth. Die Mitarbeiter setzen große Hoffnungen in ihn.
Der Mann, der im Daimler-Vorstand Chef der weltweit größten Lastwagenproduktion ist, kennt das Lkw-Montagewerk in Wörth in- und auswendig. Und viele der 11.150 Daimler-Mitarbeiter im südpfälzischen Wörth kennen ihn. Der aus Karlsruhe stammende Martin Daum kam 1978 als Abiturient bei einem Klassenausflug zum ersten Mal in die Lkw-Fabrik im linksrheinischen Nachbarort. Damals hätte er es sich nicht träumen lassen, dass er einmal Chef dieser größten Lasterschmiede der Welt werden und später dann sogar noch den Posten des obersten Truckers im Daimler-Konzern übernehmen würde. Nach seinem betriebswirtschaftlichen Studium in Mannheim kam er nach mehreren Stationen im Daimler-Konzern 2002 nach Wörth zurück – erst als Finanzchef, bevor er 2006 Werkleiter wurde. Daum war zwar nur knapp drei Jahre Chef in Wörth. Aber er hat sich in dieser Zeit sowohl beim Konzernvorstand als auch bei den Mitarbeitern Ansehen erworben. Die Stuttgarter Zentrale schickte ihn nach Nordamerika, wo er die US-Tochter Daimler Trucks North America leitete, bis er vor einem Jahr nach Deutschland zurückkehrte und in den Daimler-Vorstand aufstieg. Während Daums Amtszeit in Wörth wurde die Fabrik zum stärksten Jobmotor der Pfalz. Er setzte bei der Zentrale den Bau des 80 Millionen Euro teuren Entwicklungs- und Versuchszentrums durch, das jetzt noch einmal ausgebaut werden soll. Allein dadurch wurden 200 neue Jobs in der Südpfalz geschaffen. Der Druck, noch mehr Produktivität, Effizienz und letztlich Rendite zu erreichen, wird auch mit Daum an der Spitze der Lkw-Sparte nicht nachlassen. Aber in Wörth steht er im Ruf, neben den Zahlen auch die Menschen und die Stärkung des Standorts im Blick zu haben. Die Aufwertung von Wörth durch die Ansiedelung des Kompetenzzentrums für Elektro-Lastwagen wäre ein Schritt in die richtige Richtung.