Wirtschaft
Kanada sucht neue Partner auf der Hannover-Messe
Angesichts der Spannungen mit den USA und der Feindseligkeiten von US-Präsident Donald Trump bietet diese Messe Kanada eine Möglichkeit, seine Allianzen im internationalen Handel zu diversifizieren und Handelsbeziehungen jenseits der USA zu stärken. Rund 250 kanadische Unternehmen präsentieren in Hannover ihre Technologien und Produkte und suchen Kontakte mit Lieferanten und Abnehmern.
„Kanadas Status als Partnerland der Hannover-Messe 2025 wirft ein Schlaglicht auf die sich vertiefende ökonomische und politische Zusammenarbeit zwischen Kanada und Deutschland“, betont die deutsche Botschaft in Ottawa. François-Philippe Champagne, Finanzminister in der Regierung von Premierminister Mark Carney, hatte im vergangenen Jahr, als er Kanadas Auftritt in Hannover unter dem Motto „The Future’s here“ („Die Zukunft ist da“) vorstellte, unterstrichen, die Messe sei „eine wichtige Gelegenheit für unsere Unternehmen, Wirtschaftsverbände und Institutionen, Kanada als Wunschpartner der Industrien der Welt zu präsentieren“.
Geopolitische Spannungen
Das war noch vor der Wahl Trumps. Inzwischen verhöhnt Trump Kanada immer wieder als „51. Bundesstaat“ der USA und belastet durch seine Ankündigungen zu immer neuen Zöllen die Beziehungen zum Nachbarland. Kanadas Premier Carney hält die USA folglich nicht mehr für einen verlässlichen Partner. „Die alte Beziehung, die wir zu den Vereinigten Staaten hatten, die auf einer immer tieferen Integration unserer Volkswirtschaften und enger sicherheitspolitischer und militärischer Kooperation beruhte, ist vorbei“, sagte er in der Hauptstadt Ottawa. Zuvor sagte der Liberale Abgeordnete Ryan Turnbull, der als parlamentarischer Sekretär des Finanzministers diente, Kanada wolle seine Beziehungen zum Gastland der Hannover-Messe, Deutschland, und anderen europäischen Ländern stärken. Die geopolitischen Spannungen erforderten diese Stärkung und Diversifizierung der Wirtschaftsbeziehungen.
Innovationen in Hannover
Kanadische Unternehmen wollen sich in Hannover unter anderem nach Partnern bei Projekten in Künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie, Robotik und sauberen Energien etwa im Automobil- und Maschinenbau Deutschlands umsehen, sagt Jayson Myers, Vorstandsvorsitzender von Next Generation Manufacturing Canada (NGen). NGen ist ein Netzwerk von Unternehmen im Bereich der so genannten „fortgeschrittenen Fertigungstechnologien“ (advanced manufacturing), die die Produktionsprozesse immer stärker beeinflussen. Kanada will in Hannover sein technologisches Innovationspotenzial bei Automation und Robotik, E-Mobilität und grünen Technologien präsentieren.
Info
Die Hannover-Messe 2025 beginnt am Montag, 31. März, und endet am 4. April. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.