Bahnverkehr RHEINPFALZ Plus Artikel Günstig per Bahn in den Weihnachtsurlaub

Auf den ICE-Linien, die über Mannheim führen, wird nun meist der ICE 4 mit mindestens 830 Sitzplätzen eingesetzt.
Auf den ICE-Linien, die über Mannheim führen, wird nun meist der ICE 4 mit mindestens 830 Sitzplätzen eingesetzt.

Die hohen Spritpreise können ein Anlass sein, in diesem Jahr für Reisen über Weihnachten und Neujahr eine Fahrt mit der Bahn ins Auge zu fassen. Die hat zwar auch oft den Ruf, teuer zu sein. Das gilt aber vor allem dann, wenn man schlecht informiert ist. Es gibt einige Möglichkeiten, zu günstigen Preisen zu kommen.

Was ist der Flexpreis?
Bei der Deutschen Bahn (DB) existieren de facto zwei Preissysteme nebeneinander, die unterschiedlichen Kundenbedürfnissen Rechnung tragen. Wer bei der Wahl seines Zuges flexibel bleiben will, braucht ein teures Flexpreis-Ticket, das nicht an einen Zug gebunden ist. Wer oft mit Flexpreis-Tickets fährt, tut gut daran, sich eine Bahncard 50 zuzulegen, mit der es 50 Prozent Rabatt auf den Flexpreis gibt.

Wie ist die Logik des Preissystems?
Andere Regeln gelten, wenn man bereit ist, frühzeitig sein Ticket zu buchen und sich auf einen bestimmten Zug festzulegen. Dabei ist es hilfreich, die Logik hinter dem System zu verstehen. Die DB versucht damit, die Auslastung ihrer Züge zu steuern. Deshalb gibt es für Züge, in denen noch viel Platz ist, preisgünstige Tickets. Bei Zügen, die stark gefragt sind, wird es teurer.

Wie findet man günstige Tickets?
Sehr hilfreich ist es, wenn man von vorne herein Tage mit hohem Verkehrsaufkommen nach Möglichkeit meidet. Ein solcher Tag ist in diesem Jahr sicherlich vor allem Freitag, 23. Dezember. In jedem Fall ist es ratsam, möglichst früh zu buchen. Preisgünstige Tickets werden nur in begrenzten Kontingenten angeboten, die oft schnell ausgebucht sind. Hilfreich beim Auffinden der günstigsten Tickets ist die Bestpreis-Funktion.

Was ist die Bestpreis-Funktion?
Wenn man bei der Internet-Auskunft der DB unter www.bahn.de nach günstigen Tickets sucht, kann man einen Haken bei „Unsere Bestpreise anzeigen“ setzen. Dann werden die möglichen Verbindungen nicht in chronologischer Reihenfolge aufgelistet, sondern geordnet nach Preis. Die günstigsten Angebote kommen zuerst. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man beim Zeitpunkt der Reise noch flexibel ist und sich den preisgünstigsten Zeitpunkt aussuchen kann. Oft ist dabei allerdings eine Abwägung nötig, weil die günstigsten Preise häufig zu unbeliebten Zeiten verfügbar sind, beispielsweise am frühen Sonntagmorgen.

Empfiehlt sich der Supersparpreis?
Der günstigste Preis, der von der DB-Auskunft genannt wird, ist in den meisten Fällen der Supersparpreis. Allerdings sollte man sich gut überlegen, ob man das Risiko, das mit der Buchung eines Supersparpreis-Tickets verbunden ist, wirklich eingehen will. Beim Supersparpreis ist keine Stornierung möglich. Das ist vor allem in Fällen ärgerlich, in denen der Reisende subjektiv das Gefühl hat, dass er am Ausfall der Reise schuldlos ist, etwa weil eine Veranstaltung abgesagt wird. Dagegen lassen sich die meist nicht sehr viel teureren Sparpreis-Ticket noch einen Tag vor der gebuchten Reise stornieren. Man bekommt dann immerhin einen Gutschein über den Ticketpreis abzüglich einer Gebühr von 10 Euro.

Wie viel kostet ein Supersparpreis?
Der Supersparpreis ist kein einheitlicher Betrag, sondern nur eine Preiskategorie, bei der es eine große Bandbreite gibt. Bei stark frequentierten Zügen kann selbst der günstigste Supersparpreis relativ teuer sein. Wer beispielsweise am frühen Nachmittag des 23. Dezember von Neustadt nach Hamburg fahren will, zahlt selbst wenn er rund einen Monat vorher bucht, mindestens 104,90 Euro. Der Sparpreis kostet für die gleiche Verbindung 114,90 Euro.

Wann lohnt sich eine Bahncard?
Eine drei Monate gültige Probebahncard 25 für 17,90 Euro lohnt sich oft schon für eine einzige Fahrt. Sie geht allerdings in ein Bahncard-25-Abo über, wenn man sie nicht rechtzeitig kündigt. Mit der Bahncard 25 bekommt man 25 Prozent Rabatt auch auf Sparpreis- und Supersparpreis-Tickets. Die Probebahncard 25 lohnt sich also ab einem Ticketpreis von 78 Euro. Eine reguläre Bahncard 25 für 56,90 Euro, die ein Jahr lang gilt, rentiert sich, wenn man in dieser Zeit Tickets für mindestens 228 Euro kauft. Mit der Bahncard 50 gibt es auf Spar- und Supersparpreise ebenfalls 25 Prozent Rabatt. Die teurere Bahncard 50 lohnt sich nur, wenn man sie auch für Reisen mit Flexpreis-Tickets nutzt, bei denen man mit ihr 50 Prozent Rabatt bekommt. Wer sich eine Bahncard zulegen will, sollte das möglichst bis zum 10. Dezember tun, weil am 11. Dezember deren Preise angehoben werden.

Lohnt ein Erster-Klasse-Ticket?
Ob einem der zusätzliche Komfort den Mehrpreis für ein Erster-Klasse-Ticket wert ist, ist meist eine subjektive Entscheidung. Allerdings kann es an Tagen mit wenig Geschäftsreisenden und vielen Privatreisenden (was gerade im Feiertagsverkehr häufig ist) passieren, dass es kaum noch mehr kostet, in der ersten Klasse zu fahren oder die erste Klasse sogar günstiger ist, weil es nur dort noch Sparpreis-Tickets gibt. In diesem Fall ist es sehr nützlich, wenn man eine Erster-Klasse-Bahncard 25 hat. Sie kostet mit derzeit 115 Euro allerdings rund doppelt so viel wie die für die zweite Klasse. Mit der Erster-Klasse-Bahncard 25 gibt es 25 Prozent Rabatt auch auf Zweiter-Klasse-Tickets. Zu berücksichtigen ist auch, dass bei Erster-Klasse-Tickets die Platzreservierung inklusive ist.

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Eckhard Buddruss ist der Bahn-Experte der RHEINPFALZ. In seinem kostenlosen Newsletter informiert er Sie alle zwei Wochen über Investitionen, Entwicklungen und Abseitiges bei der Deutschen Bahn und im öffentlichen Nahverkehr der Pfalz. Für alle, die wissen wollen, wie es mit dem Zugverkehr in der Region weiter geht.

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