Vor Ostern RHEINPFALZ Plus Artikel Deutschland im Eier-Rausch: Verbrauch pro Kopf auf Rekordniveau

 In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 21 Milliarden Eier verbraucht.
In Deutschland wurden im vergangenen Jahr rund 21 Milliarden Eier verbraucht.

Der Eier-Verbrauch pro Kopf erreicht in Deutschland ein Rekordniveau. Verbraucherschützer geben Tipps zum richtigen Umgang mit dem zerbrechlichen Lebensmittel.

Eiercode beachten: Der Code der Erzeuger hilft dabei, die Herkunft der Eier nachzuvollziehen. Die erste Ziffer zeigt die Haltungsform der Henne an: 0 steht für ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Letztere ist in Deutschland jetzt verboten, deshalb ist die Ziffer 3 nicht mehr auf Eiern zu finden.

Lücke bei verarbeiteten Lebensmitteln und gefärbten Eiern: Eine Lücke gibt es laut Verbraucherschützern jedoch bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren, Desserts, Mayonnaise, Eiscreme oder Fertiggerichten. Hier müssen Hersteller nicht angeben, welche Eier verwendet wurden. Das gelte auch für die an Ostern besonders beliebten gefärbten Eier. Gerade bei verarbeiteten Lebensmitteln hätten Verbraucher kaum eine Möglichkeit nachzuvollziehen, woher die enthaltenen Eier stammten, sagt Ernährungsberaterin Katja Quantius von der Verbraucherzentrale Bremen.

Hamstern von Eiern nicht nötig: Der Eierverbrauch ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft verzehrten die Menschen in Deutschland 2025 durchschnittlich 252 Eier pro Kopf. Das waren 24 Eier mehr als im Jahr zuvor. Mitgezählt sind dabei allerdings auch die Eier, die in Lebensmitteln verarbeitet wurden. Insbesondere zu Ostern steige der Konsum stark an, sagen die Verbraucherschützer. Obwohl Geflügelkrankheiten das Angebot an Eiern phasenweise reduzieren, sei das Hamstern von Eiern aber nicht nötig.

Eier richtig lagern: Eier sollten möglichst frisch gekauft werden, rät das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bis zum Verzehr sollten sie kühl und dunkel gelagert werden, am besten im Kühlschrank. Auf das Waschen sollte man grundsätzlich verzichten, weil dadurch die Schutzschicht auf der Eierschale entfernt werde und Keime ins Ei eindringen können. Auch sollten sie nicht direkt neben stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden, denn rohe Eier nehmen den Geruch über die Poren der Schale auf. Wer jetzt frische Eier kauft, kann sicher sein, dass sie bis Ostern halten, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum beträgt 28 Tage. Das Eiweiß, das beim Eierausblasen übrig bleibt, lässt sich bei -18 Grad einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt verwerten.

Lange Haltbarkeit für gefärbte Eier: Beim Eierfärben beachten: Hartgekochte Eier, die nicht mit kaltem Wasser abgeschreckt werden, halten in der Regel bis zu vier Wochen. Durch das Abschreckwasser können laut Verbraucherschützern Bakterien durch feinste Schalenrisse ins Innere gelangen. Die Experten schlagen zudem vor, die Eier vor dem Kochen am stumpfen Ende anzustechen. Nach dem Anfassen von rohen Eiern sollten außerdem die Hände gewaschen werden, um die Übertragung von Salmonellen zu verhindern. Auch beim Auspusten der Eier ist Vorsicht geboten, denn auch dabei kann es zu einer Salmonelleninfektion kommen.

Produktion in Deutschland leicht gestiegen: Obwohl die Tierbestände sinken, ist die Produktion von Eiern in Deutschland nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft leicht gestiegen. Etwa 15,3 Milliarden Eier wurden 2025 in Deutschland gelegt. Die heimische Produktion reicht allerdings nicht aus, um den Bedarf zu decken, teilten die Verbraucherschützer mit. Rund 5,4 Milliarden Eier wurden importiert. Sie stammen vor allem aus den Niederlanden, aber auch aus Polen und Belgien.

Starke Teuerung: Die Verbraucherpreise für Eier sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zuletzt überdurchschnittlich gestiegen: im Februar 2026 um 14,5 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat.

x