Bahnverkehr Deutlich mehr Zugausfälle
2019, im Jahr vor der Corona-Pandemie, fiel rund 1 Prozent der Fernzüge aus, 2024 waren es rund 4 Prozent. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel hervor. Im Regionalverkehr fielen demnach sogar 5 Prozent der Züge aus. Nahezu die Hälfte aller Ausfälle war laut Ministerium durch Streiks der Lokführergewerkschaft GDL verursacht. Auch die DB verweist darauf, dass ein großer Teil der Zugausfälle auf die GDL-Streiks zum Jahresanfang und Extremwetterereignisse im Sommer zurückzuführen war. „Ohne Streiks und Starkregen lag der Anteil der ersatzlos ausgefallenen Züge über die restlichen Monate betrachtet durchschnittlich bei unter 2 Prozent“, teilte die DB mit.
Allerdings ist dieser Wert immer noch etwa doppelt so hoch wie 2019. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass in die genannte Statistik nur die Züge eingehen, die im Fahrplan vorgesehen waren. Züge, die beispielsweise wegen der Generalsanierung der Riedbahn in der zweiten Jahreshälfte 2024 von vorne herein aus dem Fahrplan gestrichen wurden, werden dabei nicht berücksichtigt. Das traf beispielsweise auf das ICE-Zugpaar 932/935 zu, das normalerweise von Saarbrücken über Kaiserslautern und Frankfurt nach Berlin fährt.
Im Januar waren die DB-Fernzüge etwas pünktlicher unterwegs als im Schnitt des Vorjahres. Rund 66,9 Prozent der ICE- und IC-Züge hatten eine Verspätung von maximal fünf Minuten. Im Gesamtjahr 2024 lag die Quote bei lediglich 62,5 Prozent.
Zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen sind nach Einschätzung des Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel auch eine Folge der maroden Infrastruktur. „Die Investitionen auf hohem Niveau müssen daher in den nächsten Jahren verbindlich gesichert fortgesetzt werden“, betonte er. Seitens der Union gestreute Zweifel an der Fortsetzung der begonnenen Schienennetz-Sanierung seien „Gift für bessere Pünktlichkeit und Zugausfälle“.
