Mehr Filialen
Decathlon will Nummer eins bei Sportartikeln werden
Mit zigtausenden Sportartikeln, davon vier Fünftel Eigenmarken zu günstigen Preisen, gilt die Decathlon-Kette hierzulande als Aldi des Sports. Andre Weinert widerspricht. „Wir sind kein Discounter“, sagt der Deutschland-Chef des Branchenriesen aus Frankreich mit Blick auf Beratung und Service. Die nahe Zukunft soll zudem einen Wandel bringen zur in jeder Hinsicht führenden Plattform für Sportartikel und verbundene Services. Bis 2026 plant der Konzern dazu massives Wachstum, das auch der Nachhaltigkeit verpflichtet sein soll – unter anderem per Verkauf von Gebrauchtem und mit Reparaturangeboten. „Wir wollen die erste Adresse für Sportartikel in Deutschland werden“, kündigt Weinert an.
2022 startet Decathlon dazu unter anderem den Verkauf gebrauchter Fahrräder und Outdoor-Sportartikel. Bei derzeit extrem gefragten, aber raren Elektrofahrrädern ist das nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit. Bei diesem Trendprodukt gibt es Nachschubprobleme bei Neuware, die sich noch weit ins nächste Jahr hineinziehen dürften. Mit verstärkten Reparaturangeboten von Fahrrädern über Zelte bis zu Kajaks will Decathlon zudem die Lebensdauer von Sportartikeln verlängern. Eigenmarken würden vermehrt ökologisch gefertigt, etwa durch Verwendung von Recyclingmaterialien. Quoten dafür nennt Decathlon aber nicht.
Ökologischer Fußabdruck soll 2026 nur noch halb so groß sein
Unter dem Strich soll sich der ökologische Fußabdruck von Decathlon von 2016 bis 2026 von der Fertigung bis zum Handel mit Sportartikeln halbieren. Der Deutschland-Umsatz soll von 2021 knapp 1 Milliarde Euro auf 2,6 Milliarden Euro in fünf Jahren ausgedehnt werden. Dazu will Decathlon auch 26 weitere Filialen eröffnen und den Anteil des Onlinegeschäfts von 40 auf 60 Prozent steigern. Die Belegschaft der dann 110 Geschäfte soll um 1300 Köpfe auf dann bundesweit 6500 wachsen.
Mit dem angestrebten Wachstum liege man über dem Schnitt und werde Marktanteile erobern, so Weinert. Die eigene Online-Plattform soll zum führenden Marktplatz der Branche werden, der auch Marken wie Adidas, Puma oder Nike umfasst. Das Marktplatz-Konzept ist in Deutschland seit April online.
Den traditionellen Sportfachhandel dürfte diese Vorwärtsstrategie noch mehr unter Druck setzen. Denn der sieht sich auch mit den Marketingstrategien der Marktführer Adidas oder Nike konfrontiert. Die verkaufen immer größere Anteile ihres Sortiments über eigene Online-Kanäle und stationäre Läden.