Wirtschaft BMW baut E-Autos mit Batterien aus China

«München». BMW kauft Batteriezellen im Wert von 4 Milliarden Euro beim größten chinesischen Hersteller CATL.
Zellen im Wert von 1,5 Milliarden Euro sollen ab 2021 aus der geplanten CATL-Fabrik in Erfurt kommen, sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann gestern in München. Von Erfurt würden die Zellen ins 400 Kilometer entfernte BMW-Werk Dingolfing gefahren, wo sie zu Modulen für den vollelektrischen BMW i-next zusammengebaut würden. Zellen für weitere 2,5 Milliarden Euro kauft BMW bei CATL in China – unter anderem für den Elektro-Mini, der ab 2019 in Oxford vom Band laufen soll. BMW sei Erstkunde des CATL-Werks in Erfurt, so der Premium-Pkw-Hersteller weiter. Weil größere Produktionsmengen die Kosten pro Stück senkten, wäre es aus BMW-Sicht „nicht schlecht, wenn auch Daimler in Erfurt kauft“, sagte Duesmann. Aktuell ist Samsung der größte Batteriezellen-Lieferant für BMW. Sie werden vor allem in den i3 aus dem Werk Leipzig eingebaut. Denkbar sei, dass BMW künftig bei drei Zulieferern bestelle. Mit acht Herstellern sei BMW „ernsthaft im Gespräch“, sagte das Vorstandsmitglied. „Wir entscheiden von Projekt zu Projekt, an wen wir vergeben.“ BMW habe eine Zellenfabrik näher bei den deutschen Werken haben wollen. Bei langen Transporten aus Asien gebe es hie und da Herausforderungen. Mit Subventionen, „politischem Goodwill“ und halbwegs günstigen Lohnkosten klappe das, sagte er ohne nähere Erläuterungen. BMW habe sich auch an der Ausstattung des CATL-Werks beteiligt. Das für die Batteriezellen wichtige und teure Kobalt werde BMW selbst in Bergwerken kaufen und ab 2020 an CATL und Samsung liefern. So könne BMW Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Im Kongo, wo 60 Prozent des abgebauten Kobalts herkommen, kaufe BMW nicht, sagte Duesmann und verwies auf die dort übliche Kinderarbeit.