Bahnverkehr
Baustellen stören Mannheims ICE-Linien
Der für die Pfalz wichtigste ICE-Knotenbahnhof in Mannheim ist im März und April sowie von Mai bis Juli von Großbaustellen im Netz der Deutschen Bahn (DB) stark betroffen. Vom 27. März bis zum 13. April wird auf der normalerweise extrem dicht befahrenen Strecke zwischen Hanau und Fulda gebaut. Dies führt in dieser Zeit meist zum Ausfall der beiden Direktzüge von Saarbrücken nach Berlin mit Halt in Homburg, Kaiserslautern und Neustadt. Abfahrt der Züge in Kaiserslautern ist normalerweise um 7.14 Uhr beziehungsweise um 14.13 Uhr.
Auswirkungen haben die Bauarbeiten aber auch auf die ICE-Züge, die normalerweise stündlich von Mannheim nach Berlin fahren. Zwischen Hanau und Fulda werden sie ohne Halt über Aschaffenburg umgeleitet. Die Fahrzeit nach Berlin verlängert sich dadurch um rund 30 Minuten. Reisende nach Berlin kommen dabei noch glimpflich weg, weil der Zug ab Fulda auf dem schnellen Weg über Erfurt und Halle fährt. Deutlich gravierender sind die Auswirkungen bei Reisen in die Städte, die normalerweise zweistündlich von diesen Linien bedient werden.
Kein Direkt-ICE nach Leipzig und Braunschweig
Dazu gehören beispielsweise Leipzig und Braunschweig. Wer bei Terminen flexibel ist, tut wohl gut daran, eine Zugfahrt von Mannheim in die betroffenen Städte (zu denen unter anderem auch Hildesheim, Wolfsburg und Eisenach gehören) möglichst nicht gerade in diese Zeit zu legen.
Noch größer als bei der Fahrt von Mannheim nach Berlin ist die Verlängerung der Fahrzeit bei den ICE von Mannheim nach Hamburg. Weil sie nicht über Aschaffenburg, sondern über Gießen umgeleitet werden, dauert die Fahrt nach Hamburg sogar eine ganze Stunde länger. Der gleiche Effekt ergibt sich auch noch einmal am 1. Mai. Ab 2. Mai gibt es dann für die Züge von Mannheim nach Hamburg eine zeitraubende Umleitung an anderer Stelle, die die Fahrzeit um rund 45 Minuten verlängert – und zwar nicht nur wenige Wochen lang, sondern bis zum 10. Juli. Bei Abfahrt in Mannheim beispielsweise um 14.03 Uhr wird Hamburg planmäßig statt sonst um 18.29 Uhr erst um 19.14 Uhr erreicht. Grund dafür sind Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Hannover und Hamburg, die eine Umleitung über Nienburg erfordern. Auf der Umleitungsstrecke gibt es zwischen Verden und Rotenburg einen eingleisigen Abschnitt, der das Verspätungsrisiko (weiter) erhöht.
DB verzeichnet steigende Ticket-Buchungen
Bei den Bauarbeiten zwischen Hannover und Hamburg ergibt sich das zusätzliche Problem, dass sie eigentlich erst nach Abschluss der Korridorsanierung zwischen Berlin und Hamburg beginnen sollten, der für den 30. April vorgesehen war. Die Bauarbeiten haben sich wegen unerwartet vielen Frosttagen aber verzögert. Die Wiedereröffnung der Strecke von Hamburg nach Berlin ist nun in zwei Etappen erst am 15. Mai beziehungsweise zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni geplant. Deshalb werden Abschnitte der Strecke von Hamburg nach Hannover noch länger als geplant für umgeleitete Züge von Hamburg nach Berlin gebraucht.
Die DB verzeichnet derzeit zunehmende Buchungen für Fernverkehrsreisen. Laut DB lagen sie in den vergangenen Tagen deutlich über den bisherigen Prognosen, an einzelnen Tagen sogar bis zu 10 Prozent über den Vorjahreswerten. Es liegt nahe, hier einen Zusammenhang mit den wegen des Irankriegs stark gestiegenen Benzinkosten zu vermuten. 2025 hat die DB eine Entschädigungssumme von 156,1 Millionen Euro im Rahmen der Fahrgastrechte an ihre Kunden ausgezahlt – meist wegen starken Verspätungen und Zugausfällen. Wie DB-Personenverkehrschef Michael Peterson der „Süddeutschen Zeitung“ sagte, ist das zwar rund dreimal so viel wie 2019, aber immerhin gut 40 Millionen Euro weniger als 2024. Dies liege wohl nicht zuletzt daran, dass es 2025 keine Streiks gab. 2024 waren wegen Streiks der Lokführergewerkschaft GDL zahlreiche Züge ausgefallen.
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