Bahnverkehr Bahn bei Bahncard um Besänftigung bemüht
Zum Bilanzstichtag der Deutschen Bahn (DB) Ende 2024 gab es 4,687 Millionen Bahncard-Besitzer. Ein Jahr zuvor waren es noch 5,019 Millionen. Einen vergleichbar starken Rückgang gab es nur während der Corona-Pandemie. Der aktuelle Rückgang ist mit rund 6,6 Prozent deutlich höher als der bei der Anzahl der Reisenden mit 4,9 Prozent und bei der in Personenkilometern gemessenen Verkehrsleistung mit 3 Prozent.
Der außerhalb der Corona-Jahre beispiellose Rückgang bei den Bahncard-Abos erklärt sich sicher zu einem Teil durch die Unzuverlässigkeit des DB-Verkehrs wegen der Streiks der Lokführergewerkschaft GDL und der Zugausfälle und Verspätungen wegen zahlreicher Baustellen. Eine erhebliche Rolle spielte aber wohl auch die Verärgerung vieler Kunden durch die vielfach als Schikane empfundene Zwangsdigitalisierung der Bahncard. Den Schaden, den sie damit angerichtet hat, versucht die DB nun offensichtlich durch diverse Bahncard-Sonderaktionen zumindest teilweise zu reparieren.
Flexpreis-Tickets nicht an einen Zug gebunden
Im April gibt es nun ausnahmsweise einen Vorteil für Besitzer der Bahncard 25, den sonst nur Inhaber der deutlich teureren Bahncard 50 haben. Sie bekommen Flexpreis-Tickets, die nicht an einen Zug gebunden sind, zum halben Preis. Bei den an einen bestimmten Zug gebundenen Sparpreis- und Supersparpreis-Tickets gibt es mit der Bahncard 25 und der Bahncard 50 gleichermaßen einen Rabatt von 25 Prozent.
50 Prozent Rabatt mit der Bahncard 25 gibt es allerdings nur, wenn zumindest ein Teil der Strecke mit einem Fernzug wie Intercity (IC) oder ICE zurückgelegt wird – nicht dagegen bei Fahrt mit einem Regional-Express beispielsweise von Mainz nach Ludwigshafen oder Saarbrücken.
Gerade zu verkehrsstarken Zeiten wie rund um die Osterfeiertage kann es ein großer Vorteil sein, Flexpreis-Tickets mit 50 Prozent Rabatt buchen zu können, weil an Tagen mit hohem Verkehrsaufkommen günstige Sparpreis-Tickets meist knapp sind. Das gilt besonders dann, wenn man sich relativ kurzfristig zu einer Reise entschließt.
Strecke südlich von Baden-Baden gesperrt
Der Nutzwert dieser zusätzlichen Rabattoption im April wird allerdings dadurch reduziert, dass es in diesem Monat mehrere Streckensperrungen wegen Bauarbeiten gibt, die auch über Mannheim führende ICE-Linien treffen. Besonders gravierend sind die Bauarbeiten entlang der Strecke von Karlsruhe nach Basel. Die aus Richtung Norden kommenden Fernzüge enden in Baden-Baden oder Karlsruhe. Zwischen Baden-Baden oder Karlsruhe und Freiburg gibt es einen Ersatzverkehr mit IC-Bussen. Fernverkehrszüge in die Schweiz fahren erst ab Freiburg.
Noch deutlich mehr Züge sind von den Bauarbeiten betroffen, die vom 17. April (17 Uhr) bis zum 2. Mai (5 Uhr) auf der Strecke von Hanau nach Fulda stattfinden, die normalerweise extrem stark von ICE-Zügen befahren wird. Diese Zügen werden umgeleitet oder entfallen ganz.
Direktzüge zwischen der Pfalz und Berlin fallen weg
Immerhin gibt es in diesem Fall, anders als bei den Bauarbeiten auf der Strecke von Karlsruhe nach Freiburg, keinen Abschnitt, auf dem Züge durch Busse ersetzt werden müssen. Das ist für die betroffenen Reisenden in aller Regel ein besonders großes Ärgernis. Zu den ICE, die in der betreffenden Zeit ersatzlos wegfallen, gehören die beiden Direktzugpaare von Saarbrücken nach Berlin mit Halt in Homburg, Kaiserslautern und Neustadt.
Immerhin behält Mannheim seine stündlichen Direktzüge nach Berlin. Sie fahren allerdings alle über Erfurt, teilweise mit Halt in Leipzig , teilweise mit Halt in Halle statt sonst Leipzig. Direktverbindungen von Mannheim nach Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg gibt es in dieser Zeit nicht. Die planmäßige Fahrzeit verlängert sich wegen der Umleitung der Züge über Aschaffenburg (ohne Halt) um mindestens 30 Minuten. Stündliche Direktzüge gibt es auch von Mannheim nach Hamburg über Hannover, deren planmäßige Fahrzeit sich aber wegen der Umleitung über Gießen (ohne Halt) um rund eine Stunde verlängert. Die Züge halten in Frankfurt West statt am Hauptbahnhof.
Umleitungen und Ausfälle auf Strecke Mannheim–Stuttgart
Vom 17. April bis 6. Juni ist die Schnellstrecke von Mannheim nach Stuttgart wegen Bauarbeiten im Freudensteintunnel auf dem Abschnitt zwischen dem Überholbahnhof Kraichtal und Vaihingen (Enz) nicht befahrbar. Deswegen werden viele Züge umgeleitet oder fallen aus. Von Mannheim fahren immerhin stündlich ICE nach München, deren Fahrzeit sich um rund 40 Minuten verlängert. Die Züge der ICE-Linie 47 von Dortmund nach München, die sonst etwa zweistündlich zusätzlich zum Stundentakt fahren, entfallen auf dem kompletten Laufweg. Die zweistündlichen Züge der ICE-Linie von Hamburg über Mannheim nach Stuttgart entfallen auf dem Abschnitt zwischen Mannheim und Stuttgart.
Die Züge der IC-Linie 55, die normalerweise von Dresden über Hannover, Köln und Mannheim nach Stuttgart führt, fahren größtenteils ab Mannheim nach Karlsruhe statt nach Stuttgart. Aufgrund von Bauarbeiten zwischen Köln und Koblenz fahren die Züge mit geänderter Zugnummer nur zwischen Köln und Karlsruhe. Dabei haben sie keinen Anschluss von den Zügen auf dem Abschnitt zwischen Dresden und Köln.
Betroffen von der Sperrung der Neubaustrecke sind auch Züge von Karlsruhe nach Stuttgart. Hier fällt ein Teil der Paris-Züge (TGV und ICE) von und nach Stuttgart auf dem Abschnitt zwischen Karlsruhe und Stuttgart aus, die anderen werden umgeleitet. Umgeleitet werden auch die Züge der ICE-Linie von Karlsruhe nach München. Durch die Umleitung verlängert sich die planmäßige Fahrzeit um 15 bis 20 Minuten.
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