Energie RHEINPFALZ Plus Artikel 56 statt 100 Euro: Strompreis-Entlastung für Haushalte deutlich geringer als angekündigt

Wo viel Strom aus dem überregionalen Netz gebraucht wird, greifen die Subventionen am stärksten.
Wo viel Strom aus dem überregionalen Netz gebraucht wird, greifen die Subventionen am stärksten.

Die Bundesregierung versprach privaten Haushalten rund 100 Euro weniger Stromkosten im Jahr. In den meisten Regionen bleibt die Entlastung deutlich darunter.

Die von der Bundesregierung angekündigte Entlastung bei den Strompreisen fällt für private Haushalte deutlich geringer aus als versprochen. Das zeigt ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), der 25 Stromnetzbetreiber in Deutschland untersucht hat.

Die Bundesregierung hatte erwartet, dass ein Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten Haushalte mit einem typischen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr um etwa 100 Euro entlastet. Nach der Analyse der Verbraucherzentrale beträgt die tatsächliche Ersparnis im Durchschnitt jedoch nur 56 Euro jährlich.

Industrie profitiert überproportional

Zudem fallen die Entlastungen regional sehr unterschiedlich aus. In Rostock etwa sparen Haushalte laut Untersuchung nur rund 18 Euro im Jahr. Am stärksten fällt die Entlastung in Mainz aus – dort liegt sie bei etwa 109 Euro jährlich.

Nur bei einem der 25 untersuchten Netzbetreiber wird damit überhaupt die Marke von 100 Euro erreicht. Im Durchschnitt sinken die Netzentgelte für Haushalte um rund 15 Prozent. Für Industriekunden fällt der Effekt dagegen deutlich größer aus: Sie profitieren laut vzbv von einer durchschnittlichen Reduzierung um 25 Prozent.

Verbraucherschützer: Stromsteuer senken

Hinzu kommt, dass steigende Strompreisumlagen einen Teil der Entlastung wieder auffressen. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale zahlen Haushalte mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden derzeit rund 103 Euro im Jahr für solche Umlagen. Zum Jahreswechsel 2025/2026 sind diese Kosten gestiegen. Wird dieser Effekt berücksichtigt, bleibt nur eine Nettoersparnis von etwa 46 Euro pro Jahr.

Der vzbv fordert deshalb, die Stromsteuer für private Haushalte auf das europäische Mindestmaß zu senken. Das würde bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden eine Entlastung von rund 68 Euro jährlich bedeuten und würde für alle Haushalte gleichermaßen gelten – unabhängig vom Netzgebiet.

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