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Freitag, 09. März 2018 Drucken

Wirtschaft

Kreuzfahrten sind gefragt wie nie

Rund 2,7 Millionen Deutsche haben 2017 eine See- oder Flussreise gebucht – Schiffsabgase bleiben ein Problem

Von Thomas Wüpper, Berlin

Der deutsche Kreuzfahrt-Markt wächst weiter stark. Auch 2018 steuern die Anbieter neue Buchungs- und Umsatzrekorde an. 2017 buchten knapp 2,2 Millionen Bundesbürger eine Hochseefahrt und weitere 470.000 Passagiere eine Flussreise.

Beide Sparten legten damit um jeweils rund 8 Prozent zu und erwarten weiteres Wachstum. „Kreuzfahrten sind der Wachstumstreiber des deutschen Reisemarkts“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, in Berlin. Seit 1995 haben sich die Passagierzahlen fast verzehnfacht. Dadurch gebe es aber das Problem des teils riesigen Andrangs von Tagestouristen in sehr beliebten Hafenstädten wie Venedig, Barcelona oder Dubrovnik, sagte Karl J. Pojer, Vorsitzender des Kreuzfahrtverbands CLIA. Man versuche, mit betroffenen Städten eine Lösung zu finden, wie Besucherströme besser gesteuert werden können.

Weltweit sind laut CLIA rund 450 Schiffe auf hoher See unterwegs, die voriges Jahr 25,8 Millionen Passagiere an Bord hatten, ein Wachstum von 4,5 Prozent. Mit rund 11,5 Millionen sind die US-Amerikaner mit Abstand die wichtigste Kundengruppe, dort gibt es aber kaum noch Zuwachs. Dagegen wächst der Markt in China rasant und hat Deutschland überholt, das nun unter Kreuzfahrtnationen Platz 3 belegt.

Allein zwischen 2007 und 2017 habe sich die Zahl der Kreuzfahrtgäste auf hoher See verdreifacht, sagt Pojer. Der deutsche Markt wachse seit zwölf Jahren ununterbrochen. Im Schnitt sind die Gäste rund 50 Jahre alt. Beliebteste Fahrgebiete sind Nordeuropa, das Mittelmeer, die Karibik und die Kanaren.

Bei den Flusskreuzfahrten gehören der Rhein und die Donau zu den gefragtesten Fahrgebieten. Fast 60 Prozent der Gäste sind älter als 66 Jahre, nur jeder Siebte ist jünger als 55. Jedoch bemühen sich Anbieter wie Arosa stark, auch jüngeres Publikum mit attraktiven Städtezielen und Wellness an Bord zu locken. 2017 reisten mehr als 1,4 Millionen Urlauber auf Europas Flüssen.

Ein Problem der Branche bleiben die Abgase. Kreuzfahrtschiffe verbrennen in ihren Antriebsmotoren billiges, aber hoch belastetes Schweröl. Die giftigen Dieselabgase schaden der Umwelt, gelten als krebserregend und können die Gesundheit der Passagiere an Bord gefährden, warnen Kritiker seit Jahren. Die Branche tue sehr viel, um neue Schiffe umweltfreundlicher zu machen, betont Pojer. Das sei aber ein technisch schwieriger und langwieriger Prozess.

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