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Dienstag, 13. März 2018 Drucken

Wirtschaft

Kostenfalle: Anruf ins EU-Ausland

Mobilfunk-Tipp: Wegfall der Roaming-Gebühr gilt nur für Telefonate nach Deutschland

Von Hans Peter Seitel

Die Liebsten aus Deutschland im Urlaub anzurufen, kann teuer werden. Hier gelten weiter Roaming-Gebühren.

Die Liebsten aus Deutschland im Urlaub anzurufen, kann teuer werden. Hier gelten weiter Roaming-Gebühren. ( Foto: dpa)

«Ludwigshafen.»Seit der Abschaffung der Roaming-Gebühr im Sommer 2017 dürfen Handy-Telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland nicht teurer als ein Inlandsgespräch sein. Aber Achtung: In umgekehrter Richtung greift die Preisbremse nicht. Fast 15 Euro kann ein 10-minütiges Mobil-Gespräch von Deutschland ins EU-Ausland schlimmstenfalls kosten.

Dies berichtet das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Von der Kostenfalle ahnen viele Kunden nichts. Laut einer Forsa-Umfrage denken 52 Prozent der Personen, die 2017 privat ins Ausland telefonierten, der Wegfall der Roaming-Gebühr gelte in beide Richtungen. Das ist ein Irrtum, der teuer werden kann.

 

Die Preisspanne für ein Telefonat ins EU-Ausland ist den Angaben zufolge enorm. Minutenpreise zwischen 1,9 Cent und 1,49 Euro haben die Verbraucherschützer ermittelt. Wie viel der Kunde zahlt, hänge vom jeweiligen Netz (Fest oder Mobil), seinem Anbieter, dem Tarif, der Tageszeit und dem Zielland des Anrufes ab. Besonders teuer seien vor allem Telefonate von Deutschland nach Bulgarien, Malta, Rumänien, Zypern, und in die Slowakei, sowie in die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. 70 Prozent der Kunden nutzten für die Gespräche Normaltarife ohne Vergünstigung für das Ausland, berichtet die Verbraucherzentrale. „In der jetzigen Situation zahlen viele Verbraucher für ihre Anrufe ins Ausland also deutlich mehr, als sie erwarten. Ein Blick in den jeweiligen Auslandstarif des eigenen Anbieters ist daher immer empfehlenswert“, sagt Marktwächter-Teamleiter Tom Janneck. Auslandstarife sind aber nicht die einzige Sparoption. Über das Internet kann häufig sogar ohne Aufpreis (abgesehen von den Kosten der Internetverbindung) telefoniert werden. Wer das nicht möchte, kann auch zwei weitgehend unbekannte Sparmöglichkeiten – Callthrough und sogenannte Ethno-Tarife – für Handy-Telefonate ins Ausland in Betracht ziehen.

 

Calltrough: Bei diesem Verfahren wählt der Kunde zunächst die Rufnummer eines Callthrough-Spezialanbieters und dann erst die Rufnummer seines Gesprächspartners. Dies funktioniert ähnlich wie Call-by-Call mit Billig-Vorwahlen im Festnetz der Deutschen Telekom. Eine andere Bezeichnung für Callthrough lautet Calling-Card-System. Das Gesprächsguthaben kann vorab auf der Webseite des Callthrough-Anbieters erworben werden. Welcher Provider zum jeweiligen Zeitpunkt der preisgünstigste ist, lässt sich auf Vergleichsportalen wie Teltarif.de oder billiger-telefonieren.de ermitteln.

 

 

Ethno-Tarife: Ursprünglich für Migranten gedacht, richten Ethno-Discounter wie Lebara (Telekom-Netz), Mobi (Vodafone-Netz), Blauworld und Ortel (beide O2-Netz) ihr Angebot mittlerweile an alle Mobilfunk-Kunden. Zu beachten ist, dass sich die Minutenpreise meist um ein einmaliges Einwahlentgelt von beispielsweise 15 Cent pro Anruf verteuern. „Die Ethno-Tarife können deshalb vor allem für längere Handy-Gespräche ins Ausland eine preisgünstige Alternative sein“, sagt Henning Gajek vom Telekommunikationsportal Teltarif.de. Um diese Option nutzen zu können, benötigt der Kunde eine Sim-Karte des Ethno-Anbieters. Die Abrechnung erfolgt meist über ein vorab bezahltes Guthaben. Wer mit der Karte auch in Deutschlands telefonieren möchte, sollte sich zunächst über die Minutenpreise informieren, rät Experte Gajek. Als Alternative empfiehlt er, ein sogenanntes Dual-Sim-Mobilgerät mit zwei Sim-Karten (eine für das Inland, eine für das Ausland) zu verwenden. 

 

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