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Freitag, 07. Dezember 2018 Drucken

Wirtschaft

Heizölabsatz deutlich gesunken

Von Eckhard Buddruss

Das Rhein-Niedrigwasser hat die Logistikkosten für den Heizölhandel in der Rhein-Neckar-Region nach oben getrieben. Nun entspannt sich die Lage allmählich. Das Foto entstand im Ölhafen Duisburg.

Das Rhein-Niedrigwasser hat die Logistikkosten für den Heizölhandel in der Rhein-Neckar-Region nach oben getrieben. Nun entspannt sich die Lage allmählich. Das Foto entstand im Ölhafen Duisburg. (Foto: dpa)

Angesichts zeitweise erheblich gestiegener Preise ist der Heizölabsatz in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. Der Verband Energiehandel Südwest-Mitte mit Sitz in Mannheim erwartet, dass der Heizölpreis in der nächsten Zeit noch etwas sinken wird.

„Wer genug Vorräte hat, ist wohl gut beraten, noch etwas abzuwarten“, betonte VEH-Geschäftsführer Hans-Jürgen Funke gestern in Mannheim. Funke sagte zur Begründung, er glaube nicht, dass es in nächster Zeit zu einer merklichen Einschränkung der Ölproduktion durch die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) kommen werde. Beim Faktor Rhein-Niedrigwasser, der in den vergangenen Wochen die Heizölpreise in der Region hochgetrieben hatte, erwartet Funke eine gewisse Entspannung.

Weiterer Rückgang des Preises möglich

Funke wies allerdings darauf hin, dass die Rheinpegel durch die Regenfälle der vergangenen Tage nicht schlagartig wieder Normalniveau erreichten, sondern sich die Situation erst nach und nach etwas normalisiere. Immerhin hat es laut Funke trotz des Rhein-Niedrigwassers zu keiner Zeit eine Notsituation gegeben. Man habe letztlich alle Kunden beliefern können. 2018 war der Rohölpreis zunächst lange Zeit gestiegen und hatte Anfang Oktober die Marke von rund 80 Dollar pro Fass (159 Liter) erreicht, danach war er dann deutlich gesunken. Der dämpfende Effekt des Rückgangs auf den Heizölpreis war in der Rhein-Neckar-Region aber zeitweise wegen des Rhein-Niedrigwassers durch höhere Logistik-Kosten konterkariert worden. In den Monaten Januar bis September lag der Heizölabsatz in Deutschland mit rund 9 Millionen Tonnen deutlich unter dem Vorjahreswert von rund 11,4 Millionen Tonnen. Funke rechnet damit, dass es für das Gesamtjahr 2018 auf ein Absatzminus von rund 20 Prozent hinauslaufen werde. Nachfragedämpfend hätten neben den zeitweise hohen Preisen der milde Winter 2017/18 und der warme Herbst 2018 gewirkt. Viele Kunden hätten deshalb ihre Kaufentscheidung aufgeschoben oder in der Hoffnung auf sinkende Preise nur kleinere Mengen geordert.

Erdgas ist dominierender Heizenergieträger

Laut VEH-Daten werden in Deutschland 28,9 Prozent aller Heizungen mit Öl befeuert, in Rheinland-Pfalz sind es 30,5 Prozent, in Baden-Württemberg sogar 39,2 Prozent. Dominierender Heizenergieträger ist sowohl deutschlandweit mit einem Anteil von 46,9 Prozent als auch in Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 50,2 Prozent Erdgas.

Der VEH vertritt die Interessen von rund 400 Mitgliedsfirmen aus dem Brennstoff- und Mineralölhandel in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland und Thüringen.

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