Eisenberg Zäsur an Spitze der Not-Initiative

Eine Zäsur hat es an der Spitze der Donnersberger Initiative für Menschen in Not gegeben: Gut zehn Jahre nachdem sich die Hilfsorganisation als Verein etabliert hat, hat sich nun mit Elmar Funk einer der Mitbegründer aus der Vereinsführung zurückgezogen und das Staffelholz an den zweiten Mitinitiator Jamill Sabbagh weitergegeben. Dieser kündigte gegenüber der RHEINPFALZ eine erneute große Hilfsaktion an, diesmal für Flutopfer in Serbien.

Nein, es sei für ihn keine schwere Entscheidung gewesen, das Amt zu übernehmen, sagte Sabbagh, bislang einer der beiden Stellvertreter, nach seiner einmütigen Wahl durch die Mitgliederversammlung. Da er von Anfang an dabei sei, wisse er über alles bestens Bescheid. Elmar Funk habe die Arbeit über die Jahre hinweg sehr gut und mit enormem Zeitaufwand betrieben, würdigte Sabbagh die Leistung seines bisherigen Vorstandskollegen. Mit Elmar Funk hat auch Marie-Louise Funk ihr Amt als Schriftführerin aufgegeben, das nun Dieter Runck aus Albisheim übertragen wurde. Sabbaghs bisheriges Amt als Zweiter Vorsitzender sprach die Mitgliederversammlung Jürgen Weiß zu. Funk hatte seinen Rückzug aus dem Vorstand mit Arbeitsüberlastung begründet und darauf verwiesen, dass er auch nach wie vor sich unter anderem bei Amnesty in der Menschenrechtsarbeit, bei der Tafel, den Friedenstagen, der Hilfe für die Waisenkinder in Tschernjachowsk engagiere. Stolz zeigte er sich, dass die Initiative stets ihrer Maxime gefolgt sei, jeden gespendeten Cent direkt Not leidenden Menschen zugute kommen zu lassen. Laut Sabbagh wächst der Verein: Allein in den vergangenen anderthalb Jahren seien 40 Mitglieder hinzugekommen, nun seien es 112, auch von außerhalb des Landkreises. Das seien wichtige Multiplikatoren für die Aktivitäten der Initiative. Gleichwohl will er die Mitgliederwerbung weiter vorantreiben. „Ich würde gerne Strukturen schaffen, mit denen wir in jeder Verbandsgemeinde des Kreises Ansprechpartner haben“, verdeutlicht er das Anliegen, den Verein und die Kontakte zu Hilfebedüftigen dezentral organisieren zu können. Besonders wichtig sind ihm als Partner die Schulen, die oft den Löwenanteil bei großen Spendenaktionen beitrügen. Zudem geschehe hier „soziale Erziehung am lebendigen Beispiel“, junge Menschen würden sensibilisiert für soziale Notlagen und trügen das auch in ihre Familien. Beeindruckend sind die Größenordnungen der Geldbeträge, die der Verein bewegt. Da gehe es um Summen zwischen 100.000 und 300.000 Euro jährlich, so Sabbagh, überwiegend generiert durch die großangelegten Hilfsaktionen wie etwa zuletzt für die Flutopfer im bayrischen Deggendorf, für die 255.000 Euro zusammengekommen waren. Viel Arbeit hat der Verein aber mit den zahlreichen kleineren Hilfen, die den schweren Alltag Bedürftiger erleichtern sollen und auf die man über das Diakonische Werk, die Betreuungsbüros, das Job-Center oder auch auf Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam werde. Die Fälle dieser Art, um die sich der Verein kümmere, bezifferte Sabbagh auf rund 150 pro Jahr. Während diese Hilfe oft eher im Stillen abläuft, waren es stets die großen Hilfsaktionen, mit denen der Verein auch überregional für Aufsehen gesorgt hat und in denen er nicht zuletzt seine Wurzeln hat, denn die Ausgangspunkte der Not-Initiative liegen in den unvergessenen Hilfsaktionen für Erdbebenopfer im türkischen Karatepe oder für die Flutopfer in Schmiedeberg, um nur zwei hervorzuheben. In diesen Tagen richtet sich der Blick auf die von den Überflutungen schwer getroffenen Regionen auf dem Balkan. „Viele Menschen stehen dort vor dem Nichts“, sagt Sabbagh, der in Kontakt ist mit einer Frau aus Serbien, die im Donnersbergkreis lebt und etwas unternehmen möchte für ihre betroffenen Landsleute. „Wir wollen auf jeden Fall eine Spendenaktion starten für ein Dorf in Serbien“, so Sabbagh, der dazu nun Kontakte nach Belgrad knüpfen möchte. Konzentrieren wolle man sich dazu auf die von der Flut besonders schwer getroffene Region um die Stadt Obrenovac. (bke)

x