Rheinpfalz „Wir sind sehr international hier“

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Matthias Pallmann, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Kaiserslautern, sieht den Handel mit Blick auf ausländische Kunden gut aufgestellt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte dafür geworben, Amerikaner als Kunden zu gewinnen.

Vor einigen Wochen hat die (IHK) das Thema „Amerikaner als Kunden gewinnen“ wieder in den Fokus der Geschäftsleute in der Westpfalz gebracht. Rund 50.000 Amerikaner sind ja auch eine Hausnummer. Unter anderem wird von der IHK ein Aufkleber verteilt, der englischsprachigen Kunden zeigt, dass im Geschäft Englisch gesprochen wird. „Das ist lobenswert“, sagt Matthias Pallmann (49), der in der Kaiserslauterer Fußgängerzone ein Haushaltswarengeschäft führt: „Es gibt viele Händler, die in dem Bereich sehr aktiv sind, aber auch einige, die die Chance nicht erkennen.“ Als Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Kaiserslautern habe er nach Gesprächen mit anderen Einzelhändlern den Eindruck, dass gerade bei Textilgeschäften noch Luft nach oben sei. Da könne sicher das ein oder andere Geschäft den amerikanischen Kunden in Sache Kleidergrößen entgegenkommen und umrechnen. Pallmann betont, dass längst nicht nur Amerikaner in Kaiserslautern einkaufen: „Durch die Nato kommen auch Niederländer, Skandinavier und Italiener zu uns. Die wissenschaftlichen Institute, die Universität, Studenten und ausländische Gäste tragen auch dazu bei, dass wir in englischer Sprache Kundschaft bedienen. Wir sind sehr international hier.“ Der Handel habe sich schon lange darauf eingestellt; einige Händler böten ihren Mitarbeitern an, einen Volkshochschulkurs zu besuchen. Der 49-Jährige verrät: „Wir haben am Kassen-PC immer ein Übersetzungsprogramm laufen, auf das schnell zugegriffen werden kann.“ Eine Deutsch-Amerikanerin habe ihm jüngst berichtet, dass es in Kaiserslautern deutlich einfacher sei, englischsprachige Geschäfte zu finden als in Berlin. „Wir sind eine Metropole in mini“, sagt Pallmann und ergänzt lachend: „Wir bedienen dreisprachig: Deutsch, Pfälzisch und Englisch.“ Hierzu fällt Pallmann eine weitere Anekdote ein: „Nachdem ich eine amerikanische Familie in englischer Sprache bedient hatte, hat mich der fünfjährige Sohn in pfälzisch angesprochen: ,Sahmo, kannsch Du kee deitsch?’“ Einige Amerikaner wollten sogar bewusst auf deutsch bedient werden – „um die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern“. Häufig werden die Verkäufer auch nach Tipps zu Freizeitangeboten, Restaurants oder Bars gefragt. Weitere Eckpfeiler, um ausländische Kunden in das eigene Geschäft zu locken, seien das Akzeptieren von Kreditkarten, eine englischsprachige Internetseite und die Bereitschaft, VAT- oder Tax-Free-Forms auszustellen, also den ausländischen Kunden die Mehrwertsteuer zu erlassen. Probleme mit ausländischen Kunden gebe es keine. „Allenfalls durch zu viel Alkohol können am Wochenende zu fortgeschrittener Stunde Spannungen entstehen“, sagt Pallmann: „Das ist kein rein amerikanisches Problem.“ (bgi/Foto: View)

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