Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Wieder Kritik an schlechter Akustik in der Festhalle

Die Raumhöhe im großen Saal der Landauer Festhalle ist schwierig für Sprechtheater.
Die Raumhöhe im großen Saal der Landauer Festhalle ist schwierig für Sprechtheater.

Für Frust sorgt bei Theaterbesuchern in der Landauer Festhalle immer wieder die Akustik. Wir haben nachgehakt beim Kulturamt der Stadt.

Zuletzt meldete sich eine Leserin nach einer Aufführung mit einem Brief an die RHEINPFALZ: Sie habe die Veranstaltung in der Pause verlassen. „Es war einfach zu anstrengend, dem Stück zu folgen“, schreibt Doris Schmitt. Sie war in einer Aufführung der Württembergischen Landesbühne Esslingen, die im Kulturprogramm der Stadt Landau eine Bühnenfassung von Heinrich Bölls „Die verlorene Ehre der Katharine Blum“ spielte.

Wir haben nachgehakt beim Kulturamt der Stadt. „Uns ist bekannt, dass die Akustik im Großen Saal der Festhalle bei Sprechtheater-Aufführungen mitunter eine Herausforderung darstellen kann. Der Saal ist aufgrund seiner baulichen Voraussetzungen und der Raumhöhe akustisch stärker für Musikdarbietungen ausgelegt“, antwortet eine Sprecherin.

Doris Schmitt schreibt: „Wir saßen in der achten Reihe und damit im vorderen Teil und hatten durchgehend große Schwierigkeiten, das Gesagte zu verstehen. Lediglich, wenn die Akteure ganz vorne an der Bühne agierten, konnte man sie verstehen.“ Und dies sei kein Einzelfall. Schon mehrfach habe sie wegen fehlender Mikro-Unterstützung ein Theaterstück in der Festhalle verlassen.

Technik ist vorhanden

„Wir bedauern, dass die Besucherinnen und Besucher den Theaterabend nicht wie gewünscht erleben konnten“, heißt es dazu von der Stadt. Ihre Leute vor Ort in der Festhalle böten bei Verständnisschwierigkeiten in ihrem Kulturprogramm an, andere Plätze zu suchen – so weit möglich. „Die Rückmeldungen aus dem Publikum nehmen wir sehr ernst und werden den Austausch mit den Gastspielproduktionen zu diesem Thema künftig nochmals intensivieren.“ Doch die Stadt oder das Team der Festhalle könne keine Vorgaben machen. Denn grundsätzlich seien es die Gastspielproduzenten selbst, die entscheiden, ob sie ein Stück mit oder ohne tontechnische Verstärkung auf die Bühne bringen. „Viele Produktionen des Sprechtheaters arbeiten bewusst unverstärkt, da dies Teil der künstlerischen Konzeption ist.“

Damit die Ensembles die Gegebenheiten vor Ort im Vorfeld einschätzen können, erhalten sie von der Stadt ausführliche technische Informationen zum Saal, zur Bühne und zur vorhandenen Ausstattung, darunter auch Pläne, Bilder sowie Hinweise zur Akustik. Die Technik für eine mögliche tontechnische Verstärkung – etwa Mikrofone oder sogenannte Großraummikrofone – sei grundsätzlich vorhanden, so das Kulturamt.

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