Kultur Südpfalz Wenn Kunst per Mülleimer kommt

Konzeptkunst von Florian Slotawa: Müllbehälter und Haushaltsgeräte ergeben eine vielleicht zunächst verstörende, aber letztlich
Konzeptkunst von Florian Slotawa: Müllbehälter und Haushaltsgeräte ergeben eine vielleicht zunächst verstörende, aber letztlich doch sinnhafte Kombination.

„Ich denke, wenn man nicht bereit wäre, etwas Radikales zu machen, dürfte man eigentlich keine Kunst machen“, wurde der Künstler Florian Slotawa vor Jahren in einer Kunstpublikation zitiert. Der 1972 in Rosenheim geborene und in Berlin lebende Konzeptkünstler arbeitet seit jeher mit dem Vorsatz, nichts Neues zu erschaffen, sondern bereits Vorhandenes zu verwenden. Das lässt sich nun auch im Kunstverein Wilhelmshöhe in Ettlingen besichtigen, der zur Zeit Arbeiten des an den Kunsthochschulen in München und Hamburg ausgebildeten Künstlern ausstellt.

Bereits damals begann Slotawa, sich mit dem Thema Besitz auseinanderzusetzen und in der Folge manches zusammenzubringen, das zunächst gar nicht zusammenzupassen scheint. Etwa, als er Baumstämme und Äste mit japanischen Autolacken oder ausrangierte Möbel mit dem eigenwilligen Grün einer Werkzeug-Marke versah. Vor allem interessieren ihn jene Dinge des Alltags, die uns so selbstverständlich geworden sind, dass wir sie am ehesten dann wahrnehmen, wenn sie nicht da sind oder nicht mehr funktionieren. Das demonstriert die Ettlinger Ausstellung sehr nachdrücklich. Etwa wenn Slotawa Spülmaschinen oder ähnliche Apparate beziehungsweise Aggregate dieser Gegenstände mit zuvor unbenutzten Plastik-Mülleimern kombiniert. Oder wenn er eine Warmhalteplatte mit einem gläsernen leeren Aquarium zusammenbringt oder eine „Multi Grease“-Dose scheinbar übergangslos in einen Becher aus Keramik übergehen lässt. Auch ein Abflussrohr samt Muffe in Verbindung mit einer Vase gehört da hinein. Alles Objekte, die – mal unmittelbar, mal eher indirekt – zu unserem Wohlstandsalltag gehören. Das mag manchen Betrachter zunächst ratlos machen. Aber Slotawa spielt nicht nur einfach mit den jeweiligen Ausstellungsräumen, sondern dahinter steckt ein ausgeklügeltes ästhetisches und farbliches Konzept. Gerade die farblichen Details sind fein abgestimmt. Der Künstler zur Systematik: „Ordnungskriterien brauche ich immer beziehungsweise setze sie mir. Das war schon am Anfang so, als ich als Arbeitsmatertial ausschließlich das Inventar meiner Wohnung definierte…“ Er hat das bis heute im Wesentlichen durchgehalten. Info Bis 1. Juli im Kunstverein Wilhelmshöhe. Schöllbronner Str. 86, Ettlingen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

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