Rheinpfalz Wenn die Wasseruhr rotiert

Beim Ablesen der Wasseruhr staunte die Vereinsführung des Turnvereins 1860 Grumbach nicht schlecht: Gut 400 Kubikmeter Wasser sind zwischen Herren-Sulzbach und dem Grumbacher Sportheim in der Erde versickert – die jahrzehntealte Wasserleitung hat ein Leck. Jetzt ist der Verein auf der Suche nach Unterstützern, um die Leitung komplett zu erneuern.

„Vor einigen Jahren hatten wir den Fall schon einmal“, erinnert sich TV-Vorsitzender Martin Lauwe, „damals haben wir in etlichen Arbeitsstunden das Leck gesucht.“ Keine leichte Aufgabe bei einer gut zweieinhalb Kilometer langen Wasserleitung, deren Verlauf nirgends dokumentiert wurde. Zahlreiche Gräben seien im Jahr 2006 nötig gewesen, um das Leck zu lokalisieren. „Wir haben dann auf gut 60 Metern eine neue Wasserleitung verlegt“, schildert Lauwe, der seit mehr als zehn Jahren im Amt ist. Die genaue Bruchstelle hat man nie gefunden. Jetzt läuft wieder irgendwo das Wasser weg. „Die Wasserleitung ist 1975 gelegt worden“, sagt Lauwe. Er vermutet, dass es vielleicht durch die Belastungen mit schweren Maschinen der Landwirte und dem steinigen Untergrund zu Löchern in der Leitung komme. „Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder aktiv werden müssen“, unterstreicht Lauwe. Also habe sich der Vorstand des Turnvereins darauf geeinigt, die Wasserleitung auf der kompletten Länge neu zu verlegen und für die nächsten Generationen zu sichern. Momentan wird bei jeder Sportplatz- und -heimnutzung in der Nähe des Herren-Sulzbacher Friedhofs erst die Wasserleitung aufgedreht und danach wieder geschlossen. „Wir lassen ja nicht noch mehr Wasser weglaufen“, bekräftigt Lauwe – auch wenn das für die Aktiven des Vereins immer wieder Fahrten ins Nachbardorf bedeutet. Die Kosten der neuen Leitung beziffert der Vorsitzende auf 15.000 bis 20.000 Euro, dazu will der Verein möglichst viel Eigenleistung erbringen. „Wenn wir nur wieder ein Teilstück flicken, kommt nächstes Jahr das nächste Leck.“ Doch die Kosten kann der Verein alleine nicht stemmen; ein Kredit kommt für die Vorstandsmitglieder ebenfalls nicht infrage. Lauwe: „Das ist, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, keine Option für uns.“ Stattdessen hoffen die Verantwortlichen auf Hilfe von Gemeinde, Vertragspartner und Sponsoren. Die sind im Februar offiziell angeschrieben worden, feste Zusagen stehen allerdings noch aus. Lauwe: „Der Grumbacher Gemeinderat und unser Energielieferant OIE haben uns Unterstützung zugesagt. Die Höhe der Beträge ist allerdings noch fraglich.“ Der Vorsitzende hofft, dass zumindest die Materialkosten zusammenkommen, die Arbeiten könne der Verein zur Not in Eigenleistung bewältigen. Die Arbeiten könnten frühestens Ende Mai, Anfang Juni starten, da die Strecke des Grumbacher Treppenlaufs teilweise über die Leitung führt. Im schlimmsten Fall – doch daran will Lauwe erst einmal nicht denken – müsste der Verein seine Tätigkeiten einstellen: „Wir brauchen das Wasser im Sportheim ja nicht zur Bewässerung des Rasenplatzes, sondern in der Küche und zum Duschen.“ Der laufende Spielbetrieb im Fußball sei bisher nicht gefährdet, doch um den traditionsreichen Verein, mit seinen Aktivitäten wie Mutter-Kind-Turnen, Garde- und Showtanzgruppe und dem Treppenlauf weiter am Leben zu halten, sei eine neue Wasserleitung sehr wichtig. Ständig nach Herren-Sulzbach zum Schieber zu pendeln sei schließlich keine Dauerlösung. (bgi)

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