Kultur Südpfalz Wenn das Cello zu singen beginnt

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Zum Saisonende der Villa-Konzerte in Herxheim spielten zwei Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs 2016 Bearbeitungen und Originalwerke für Cello und Gitarre: Die in München geborene Cellistin Friederike Luise Arnholdt sowie der in Bosnien-Herzegowina geborene Gitarrist Sanel Redzic. Das Programm von Arnholdt und Redzic enthielt überwiegend Werke aus dem spanischen Kulturraum von de Falla, Malats, Tarrasa und Granados sowie zwei Originalwerke von Bellafronte und Tüür.

Manuel de Fallas „Spanische Suite für Mezzosopran und Klavier“, bearbeitet für Cello und Gitarre von Konrad Ragossnig, glich einem Wechselspiel von tänzerischen Rhythmen und faszinierenden Melodien. Friederike Luise Arnholdt spielte am Cello mit unwiderstehlich schönem Klang den Part der Sängerin, ließ das Instrument mal leidenschaftlich, mal melancholisch singen. Im Wechselspiel mit den perkussiven Gitarrenklängen, den transparenten melodischen Arabesken wurden Lieder wie „Nana“, „ Cancion“, „Jota“ und „Asturiana“ zu Geschichten, die von beiden Musikern mit Klarheit und Emotion vorgetragen wurden. Kontrastreich und ungewohnt erklang das Spiel für Violoncello und Gitarre des zeitgenössischen Komponisten Erkki-Sven Tüür aus Estland. Rasche Sequenzen, Intervallsprünge, Dissonanzen, Polyrhythmen schufen reizvolle Spannungen, die den Musikern ein Höchstmaß an Präzision und Flexibilität abverlangten und gleichzeitig eine Vielfalt technischer Möglichkeiten boten. Für Gitarre solo folgte Joaquim Malats spanische Serenade sowie Francisco Tarregas Fantasie über Themen aus Verdis „La traviata“. Beide Stücke zeigten die Virtuosität und Ausdrucksstärke von Sanel Redzic, die Zauberkünste mit Flageolett-Klängen und blitzschnellen, glasklaren Koloraturen bot. Das Nocturne cis-Moll von Tschaikowsky in der Bearbeitung von Sanel Redzik ermöglichte der Cellistin, die expressive Melodik in allen Nuancen darzustellen. Mit der ersten Suite, eine Originalkomposition für Violoncello und Gitarre aus der Feder Raffaele Bellafrontes, stand ein viersätziges Werk auf dem Notenpult, das geistreiche Wechselspiele der Saiteninstrumente stets mit neuen Ideen und Spieltechniken geradezu herausforderte. Beiden Künstlern kam es auf nahezu meditatives und klangschönes Musizieren an, besonders in den Sätzen „Romantica“ und „Tango“. Spanische Klänge und mediterranes Klima im Konzertsaal ergänzten sich, so dass die Tanzstücke von Enrique Granados und Manuel de Falla Charme, Temperament und das Flair des Südens versprühen konnten, dank des leidenschaftlich musizierenden Duos. Dem begeisterten Publikum schenkten sie von Heitor Villa-Lobos die Arie aus den „Bachianas Brasilieros“ als Zugabe.

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