Rheinpfalz Viele Hinweise, keine heiße Spur
Rund 200 Hinweise aus ganz Deutschland sind seit dem schweren Unfall auf der A 8 in Höhe Zweibrücken am 1. Juli eingegangen. Noch immer gesucht wird nach dem Fahrer des Wagens, der eine Harley Davidson so rammte, dass der Fahrer stürzte und sein Beifahrer, ein 13 Jahre alter Junge aus dem Donnersbergkreis, starb (wir berichteten). Eine heiße Spur gibt es derzeit nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiten aber mit Mercedes Deutschland zusammen.
Die Polizei erhofft sich von der Zusammenarbeit mit Mercedes Hinweise auf den Unfallfahrer, sagte Martin Sema, Sprecher der Polizeidirektion Pirmasens. Grund: Der Fahrer war mutmaßlich mit einem weißen Mercedes, vermutlich einer E-Klasse, unterwegs. So hatten es Zeugen berichtet. „Sollte die Person Originalteile benötigen, wäre das eine Spur, der wir nachgehen können“, so Sema, der betont, dass „mit jedem Tag, der verstreicht, die Chancen sinken, den Fall aufzuklären“. Die Suche wird laut Sema dadurch erschwert, dass an der Harley Davidson „kaum verwertbare Spuren“ gefunden wurden. Beim Sturz wurde der Tank aufgerissen, das Motorrad brannte aus. „Da gab es nicht viel für den Gutachter.“ Matthias Mahl, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, glaubt daran, den Unfallfahrer noch aufzuspüren. „Die Hoffnung schwindet auch nach mehreren Monaten nicht“, teilte Mahl mit. Der Zweibrücker Staatsanwaltschaft zufolge werden noch immer eingegangene Hinweise aus ganz Deutschland überprüft. „Teilweise stehen noch Antworten auf Ermittlungsersuchen, die an andere Dienststellen versandt wurden, aus. Wir gehen allen Hinweisen nach“, so die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt. Rund 200 Hinweise seien bei der Polizei eingegangen, alleine 100, nachdem der Fall am 22. August in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ vorgestellt wurde. Eine vielsprechende Spur, ein Mercedes-Kauf in Norddeutschland, führte ins Leere. Eine konkreter Hinweis war seither laut Polizei nicht mehr dabei. Staatsanwaltschaft und Polizei haben bei ihren Ermittlungen auch Kontakt zum Motorradclub „Gremium“ aufgenommen, dem der Fahrer des gestürzten Motorrads angehört oder nahesteht. Der Club hatte nach dem Unfall eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt. Daraufhin seien auch zahlreiche Hinweise eingegangen, betonte der Rechtsanwalt Kai Röser, der eine Spendenaktion von „Gremium MC“ für die Familie des 13-Jährigen betreut hatte. Die Hinweise habe er an die Polizei weitergeleitet. Wie mehrfach berichtet, geschah der Unfall am 1. Juli. Gegen 14.30 Uhr überholte eine Harley Davidson, auf der ein 37 Jahre alter Mann und sein 13 Jahre alter Stiefsohn saßen, den Wagen des Zeugen Walter N. Der mehrfache Opa und Uropa gab an, danach von einem weißen Auto in höherem Tempo überholt worden zu sein. Dem Zeugen zufolge steuerte der weiße Wagen mit hohem Tempo auf das Motorrad zu und rammte es. Das Motorrad stürzte, der Junge starb noch am Unfallort, etwa 800 Meter entfernt von der Autobahnauffahrt Ernstweiler in Richtung Saarland. Sein Stiefvater wurde schwer verletzt. Über seinen Gesundheitszustand machte die Staatsanwaltschaft zuletzt keine Angaben.