Rheinpfalz Verwirrspiele auf dem Bauernhof
Drei bäuerliche Schwänke unter dem Motto „Bauer sucht...“ führte der Theaterverein „Wolfsteiner Komödianten“ am Samstagabend im Spiegelsaal des Landgasthofs Königsberg auf. Die Premiere bot Irrungen und Wirrungen, Situationskomik, schrullige Figuren, Liebe mit Hindernissen sowie Lokalkolorit und sorgte beim Publikum für anhaltendes Gelächter und Applaus.
Mit dem Einakter „Bauer sucht Sau!“ von Gerlinde Panzer starteten die Komödianten in den Abend. Jungbauer Fritz (Max Rosentreter) ist völlig verzweifelt, weil sein Hof trotz allen Bemühungen nur rote Zahlen schreibt. Sein Freund Max (Fabian Koch) schlägt ihm vor, auf Bio-Schweinemast umzustellen, statt direkt RTL-Schuldnerberater Peter Zwegat zu rufen. Er benötige jetzt nur noch eine stattliche Muttersau, und sucht Fritz per Anzeige. Auch Fritz’ Mutter Liesl (Bettina Blauth) ist unglücklich. Sie muss immer nur auf dem Hof schuften, der sächsische Betriebshelfer Olaf (Jochen Ehnes) sorgt nur für Ärger, und der Sohn ist noch immer ohne Frau. Erna Seitz (Marianne Gruber) verrät sie dann, dass sie dem Glück ihres Sohnes mit einer Anzeige auf die Sprünge helfen will. Die Frauen lassen auch nicht lange auf sich warten – Irene (Michelle Wenzel) und Elli (Svenja Plewe) suchen aber schnell das Weite, als Fritz mit seinem Fragenkatalog Grenzen überschreitet. Nur Lehrerin Karin (Madlen Rösner) und ihre Klasse hält es länger am Hof. Der Wolfsteiner Theaternachwuchs um Jakob Blauth, Sebastian Keller, Finn Plewe, Marlon Schauer, Lilly und Robin Schreck, sorgten mit frechen Sprüchen und einer musikalischen Einlage für Stimmung im Saal. Unter dem Motto „Glück im Spiel – Pech im Stall“ stand der Schwank aus der Feder von Claudia Gysel. Alma Zwicky (Gretel Groß) hatte nach ihrem 80. Geburtstag keine Lust mehr, auf dem Hof ihres Sohnes Christoph (Frank Schmitt) zu wohnen und ihrem zweiten Sohn, einem arbeitsscheuen Elektriker (Martin Kirch), zur Hand zu gehen. Während die beiden im häuslichen Chaos versinken und auch im Stall nichts mehr rund läuft, hält es auch Alma im Altenheim nicht mehr aus. Per Anhalter auf einer Harley-Davidson kehrt sie zurück und löst damit ein heilloses Durcheinander aus. Neben ihrer langjährigen Pflegerin Karin (Steffi Conde) schlägt auf dem Hof plötzlich eine Vivienne (Svenja Plewe) auf, die Alma den Gewinn eines Preisausschreibens nur persönlich überreichen möchte. Die spielsüchtige Tochter Gertie (Beate Kissel) sieht ihre Chance, an Kohle zu kommen und lässt nichts unversucht und schreckt aus Verzweiflung vor nichts zurück. Mit dem Auftauchen eines Rockers (Fabian Koch) wird die Verwirrung perfekt. Zum Abschluss sorgte das Lustspiel „Sepp, der Superknecht“ von Hans Eder noch einmal für einen heftigen Angriff auf die Lachmuskeln. Bäuerin Rosa (Bettina Blauth) träumt von einer aussichtsreichen Zukunft, denn ihr Mann Schorch (Frank Schmitt) hat es beim Wettbewerb „Landwirt des Jahres“ ins Finale geschafft. Der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister (Martin Kirch) hat seinen Besuch angekündigt, doch der Aufstieg in die „Pilzeliga“ – Champions League – scheint gefährdet, denn Schorch hat einen „Rausch wie eine Elefantenkuh“, als sein Freund, der Bürgermeister (Jochen Ehnes) ihn nach Hause bringt. Das Chaos nimmt seinen Lauf: Bäuerin und Bürgermeister versuchen, mit einem wirren Rollentausch die drohende Misere abzuwenden. Als sei das nicht genug, kündigen sich auch noch ein Viehhändler (Christoph Pressmann) sowie die Presse mit Reporterin (Beate Kissel) und Fotografin (Madlen Rösner) an. Einzig Knecht Sepp (Max Rosentreter) behält einen kühlen Kopf im wunderbaren Täuschungs- und Verwechslungsspiel. Souffleuse Karin Jung hatte wenige Einsätze, die Spielleitung hatten Horst Kondratiuk und Bettina Blauth inne. Nach etwas mehr als drei Stunden mit Lachern und manchem Schenkelklopfer, durften sich die 20 Laiendarsteller über kräftigen Beifall freuen. Wie die Premiere, sind auch die beiden Vorstellungen am kommenden Wochenende bereits ausverkauft.