Rheinpfalz Tier-Spa für Unterwasser-Jogger
Lahmt Beagle Berni oder sieht Kater Mauzi nicht mehr aus seinen Bernsteinaugen, gibt es in Zweibrücken die Rettung für Tierfreunde im weiten Umkreis. Die Tierklinik von Liana Meisel-Gehl, vor 25 Jahren gegründet, ist eine der größten und bestausgestatteten im Südwesten. Rund 250.000 Euro wurden in die jüngste Erweiterung investiert. Zuletzt ging unter anderem ein spezieller Operationssaal für Knochen- und Augenchirurgie in Betrieb.
30 Jahre ist es her, dass Liana Meisel-Gehl die Praxis von Veterinär Otto Frick übernahm. Damals kam die gebürtige Stambacherin nach dem Studium der Tierheilkunde in Berlin und Stationen bei einem Pharmaunternehmen und einer Tierklinik in Mönchengladbach in die Westpfalz zurück. „Damals schon mit dem Traum, einmal eine Kleintierklinik in Zweibrücken aufzubauen“, erinnert sich die heute 61-Jährige. Fünf Jahre später, nach dem Neubau in den Speckgärten 12, war das Ziel erreicht. Aus klein – drei Mitarbeiter – wurde über die Jahre groß. Nachdem in diesem Jahr zwei weitere Veterinäre das fünfköpfige Ärzteteam auf nun sieben verstärkten und eine eigene Tierphysiotherapeutin eingestellt wurde, beschäftigt Meisel-Gehl nun 25 Mitarbeiter. Darunter drei Auszubildende zum tiermedizinischen Fachangestellten, einer Ausbildung über drei Jahre. In zwei Jahren, nach Abschluss seines Studiums in Budapest, wird, so der Plan, Sohn Bero mit in die mütterliche Klinik einsteigen. Das sei auch ein Grund dafür, weshalb jetzt erweitert wurde. Räumlich um gut 110 Quadratmeter. Zuletzt an eine Versicherung vermietete Räume wurden in die Klinik integriert. Und fachlich, indem der Bereich der medizinischen Pflege und der Wiederherstellung, der Physiotherapie für Vierbeiner, ausgebaut wurde. „Wir nennen es spaßeshalber unser Spa“, spielt die Ärztin auf einen Wellness-Tagesbetrieb an. So wurde vor wenigen Tagen ein Unterwasserlaufband in Betrieb genommen. Ähnlich dem Aquajogging für Menschen und Rennpferde, kann darin gelenkschonend die Muskulatur von Hunden nach einer Operation wiederaufgebaut werden. Selbst Blutegeltherapie bietet die mit einem Labor, zwei OP-Räumen, Kiefer- und Augenchirurgie und Quarantänestationen ausgestattete Klinik mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Auf 1200 Quadratmeter dehnt sich die Klinik nun über zwei Geschosse aus. Ein 2000 Quadratmeter großes Außengelände steht zu Verfügung. Rund 250.000 Euro wurde in den Ausbau investiert. Geld, das der Kundschaft zugutekommen wird. „Obwohl wir von ihr meist nur ein Knurren ernten und sie uns ihre spitzen Zähne zeigt“, berichtet Liana Meisel-Gehl aus der nicht immer nur schönen Praxis einer Tierärztin. Zwischen 120 und 150 der vierbeinigen Patienten gehen täglich in den Speckgärten durch die behandelnden Hände. Vom Hamster und Terrarienbewohner wie Leguane und Schlangen bis zum Jagd- oder gemütlichen Berner Sennenhund. Die Tierärztin, Spezialistin im Bereich der Augenheilkunde, und ihr Mann halten selbst drei Hunde. Und einen Kater, der einst als Findelkind aus dem Zweibrücker Baumarkt in den Haushalt kam. (cps)