Lokalsport Südpfalz Tennis: Cabrio-Dächer und Spezialbeläge für nix

Die Halle in Siebeldingen.
Die Halle in Siebeldingen.
Fast 50 Jahre alt: der Bau in Herxheim.
Fast 50 Jahre alt: der Bau in Herxheim.
Zwei Plätze mit Teppichboden beim TC SW Landau.
Zwei Plätze mit Teppichboden beim TC SW Landau.
Auf Vordermann gebracht: die Halle in Germersheim.
Auf Vordermann gebracht: die Halle in Germersheim.

Spiel und Satz – doch von Sieg kann keine Rede sein. Die Tennishallen in Rheinland-Pfalz bleiben zu. Die Wintersaison fällt wohl aus. Etliche Südpfälzer Vereine und Betreiber müssen ihre Bauprojekte verschieben. Oder kämpfen gar ums Überleben.

Während sich in Karlsruhe zwei Tennisspieler darüber streiten, ob der Ball im Feld war oder nicht, hört man in der Halle des TC Schwarz-Weiß Landau nichts. Während in Frankfurt das Netz wackelt, weil es ein Spieler zu genau nehmen wollte, sammelt sich auf dem Netz der Halle des TC Blau-Weiß Herxheim der Staub. Und während in Saarbrücken ein übermotivierter Spieler einem Ball hinterherhechtet, muss in der Halle des TC Germersheim keiner blaue Flecken befürchten. Spiel, Satz und Sieg heißt es nämlich in Rheinland-Pfalz dieser Tage nirgendwo. Der Tennissport im Innenraum ist verboten, die Hallen sind geschlossen. Und das bleibt mindestens bis zum Jahresende so.

In den meisten Bundesländern darf das gelbe Spielgerät aber weiter hin und her gespielt werden. Unter strengen Hygienevorschriften. Ein Sportlehrer aus Montabaur befürchtet, dass die Rheinland-Pfälzer dann eben in die Nachbarländer Baden-Württemberg, Hessen oder Saarland fahren. Und vielleicht auch nach der Corona-Pandemie ihrem Heimat-Bundesland zum Tennis spielen den Rücken kehren. Deshalb hat er eine Online-Petition gestartet: Die Hallen in Rheinland-Pfalz sollen geöffnet werden.

Fast dauerhaft ausgebucht

Da wäre zum Beispiel die Halle des TC Schwarz-Weiß Landau. Zwei Plätze, Teppichboden, in der Regel fast dauerhaft ausgebucht. Seit 1973 steht das gute Stück in Landau. „Zum Glück hat sich der Verein, als damals das Clubheim abgerissen und ein neues gebaut wurde, dazu entschieden, die Halle gleich mitzubauen“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Getto.

Der Belag wurde über die Zeit immer wieder erneuert. Vor einem Jahr stellte der Verein auf stromsparendere LED-Beleuchtung um. Als nächstes müsse das Dach der Halle renoviert werden, sagt Getto. Eine Fotovoltaikanlage sei auch im Gespräch. Beides müsse aufgrund von Corona aber noch auf sich warten lassen.

Fixkosten und offene Abos

„Im November und Dezember bekommen wir etwas vom Staat. Wie es im Januar aussieht, wissen wir nicht“, sagt Getto. Er rechnet trotz der Zuschüsse damit, dass der Verein viel Geld verlieren wird. Warmes Wasser, die sanitären Anlagen der Gaststätte zum Beispiel: Der Verein habe immer noch Fixkosten. Hinzu kämen Rückzahlungen oder Entschädigungen für bereits abgeschlossene Abos, die nicht bedient werden können. Getto: „Uns ist klar, dass der Staat uns nicht monatelang finanzieren kann. Wir hoffen, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen.“

Er wünscht sich, dass das Spiel zumindest in Teilen wieder erlaubt wird: „Dass nicht zu viert oder zu acht gespielt werden darf, sehe ich ja ein. Aber beim Einzelspiel gehen zwei Leute rein, spielen Tennis und gehen wieder. Da gibt es kein nennenswertes Infektionsrisiko.“ So könne auch für den Teil der Einnahmen der Trainer gesorgt werden.

Der Verein hat die Petition unterschrieben und sieht sich für eine potenzielle Öffnung gerüstet. „Wir haben überall Schilder, Desinfektionsmittel, die Duschen abgesperrt und Masken im Haus, falls sie jemand vergessen hat“, sagt Getto.

Isoliert mit Verpackungsfolie

Der TC Blau-Weiß Herxheim ist mit seiner Halle schon lange nicht mehr zufrieden. Diese hat nur einen Platz. Darauf tummeln sich im Normalfall über 20 Mannschaften. Aktive und über 120 Jugendliche.

Die Halle sei fast 50 Jahre alt, sagt der Zweite Vorsitzende und Sportwart Martin Appel. Früher wurde hier auf Sand gespielt. Mittlerweile hat sie einen Kunstrasen. Beheizt wird sie mit Öl, isoliert zum Teil mit Verpackungsfolie. „Bei den Energiekosten macht das keinen Spaß mehr, bei der Klimaschutzdiskussion schon zweimal nicht“, sagt Appel.

Immerhin: Der Verein hat keine laufenden Kosten. Trotzdem muss eine neue Halle her. Bereits 2008 hat sich der TC Herxheim beim Goldenen Plan der Kreisverwaltung beworben. „2016 sind wir angesprochen worden, dass wir in den nächsten Jahren zum Zug kommen könnten. Corona hat die Überlegungen jetzt aber blockiert. Das muss gut über