Rheinpfalz Surfspaß auf dem Dach

RHEINPFALZ-Mitarbeiter Tim Altschuck im Selbstversuch.
RHEINPFALZ-Mitarbeiter Tim Altschuck im Selbstversuch.

Surfen über den Dächern der Stadt − möglich macht’s eine aufblasbare Anlage auf dem Parkdeck des „K in Lautern“. Das sieht nicht nur nach viel Spaß aus, es macht auch Spaß. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Tim Altschuck hat es ausprobiert und unfallfrei überstanden.

Ich bin skeptisch. Das letzte Mal stand ich auf einem Skateboard, als ich 14 Jahre alt war. Und das mit mäßigem Erfolg. Ich bin auch kein Ski- oder Snowboardfahrer. Und jetzt surfen? Das kann ja eigentlich nur schief gehen. So oder so ähnlich denke ich unmittelbar, bevor ich zur Anlage auf dem Dach der Mall komme. Ehrlich gesagt: Mir schlottern schon ein wenig die Knie. Aber es sieht auf jeden Fall interessant aus, und meine Vorgänger haben jede Menge Spaß. Die Anlage an sich besteht aus einem riesigen Swimmingpool. Er fasst 35.000 Liter Wasser. Darauf schwimmt eine Art „Hüpfburg“, die wie eine Rampe schräg nach vorn geneigt ist. Dort wird das Wasser mit hohem Druck nach oben geschossen, und darauf surft man letzten Endes auch. Damit das Surfbrett nicht entwischen kann, gibt’s oben noch ein Netz. „Man wird auch nicht nach oben geschleudert, wenn man vom Surfboard fällt. Das hier ist eine so genannte ,Flowrider’-Anlage mit weniger Wasserdruck“, beruhigt mich Fabian Löw von der Firma Surfdays, die die Anlage hier aufgestellt hat. Wer schon einmal im Englischen Garten in München war, kennt sicher die Welle am Eisbach, die stark von Surfern genutzt wird. Ähnlich funktioniert dies hier auf der Anlage auch. Staunend stehe ich daneben und bewundere meine Vorgänger. Denn wie sich bald herausstellt, sind sie Kitesurfer und kennen sich schon bestens aus. Während sie beim Surfen sind, sieht es eigentlich auch gar nicht so schwer aus. Eigentlich. „Du darfst nur nicht zu weit oben starten, sonst hast du zu viel Speed und kannst unten nicht richtig bremsen“, gibt mir Mitarbeiter Löw mit, bevor auch ich dran bin. „Macht riesen Spaß!“, ermutigt mich derweil einer der beiden Surfer. Stephan Keller wartet oben bereits auf mich. Er gibt nochmal eine kurze Einführung. Doch die Frage, welchen Fuß ich beim Surfen vorne stehen habe, lässt mich fragenden Blickes vor ihm stehen. Links? Oder doch rechts? „Also wenn zum Beispiel beim Fußball der rechte Fuß dein stärkerer ist, dann steht er besser hinten. Denn mit ihm lenkst du am meisten“, sagt er. Gesagt, getan. Die ersten Versuche sind holprig. Auch wenn die Anlage ein so genannter Lowrider ist, schießt das Wasser trotzdem mit einer ordentlichen Geschwindigkeit durch den Kanal. „Mit der linken Hand hältst du das Brett jetzt schräg, dass du unten den rechten Fuß auf das Brett stellen kannst“, sagt Keller. „Dann das Brett fallen lassen und mit dem linken Fuß auch noch drauf.“ Teil eins klappt schon mal, doch Teil zwei macht mir Sorgen. Ich habe Angst, gleich beim ersten Versuch das Gleichgewicht zu verlieren und auf der Nase zu landen. Tatsächlich gibt es am Anfang noch so manche Bruchlandung. Aber nach einigen Versuchen funktioniert es mit mir und dem Surfbrett immer besser. Und tatsächlich: Je mehr Versuche, desto länger stehe ich auf dem Brett. Ab und zu kann ich sogar Stephan Kellers Anweisung befolgen und kurz bevor ich wieder ganz unten am Ende der Rampe angekommen bin, mein Gewicht auf dem Surfbrett so verlagern, dass ich wieder ein Stück nach oben getrieben werde und nicht absteigen muss. Und trotz relativ kühler Temperaturen im Vergleich zur Hitze der vergangenen Tage kommt man auch ordentlich ins Schwitzen. Und hat auch als Laie jede Menge Spaß. INFO Bis Samstag, 18. August, steht die Anlage jeden Tag von 9 bis 20 Uhr zur Verfügung. 30 Minuten Wellenreiten kosten 15 Euro.

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