Hassloch
Sommertagsumzug 2026: Tausende Besucher und ein neuer Rekord (mit Bildergalerie)
Ein wolkenloser Himmel, strahlende Sonne und milde, frühlingshafte Temperaturen locken am Sonntag Tausende Besucher nach Haßloch, um beim 37. Sommertagsumzug gemeinsam den Winter zu verabschieden. Vor der Bäckerei Schall am Jahnplatz windet sich kurz vor 14 Uhr eine lange Schlange. Besucher decken sich mit Proviant ein, bevor es losgeht. Entlang der Strecke haben sich andere längst eingerichtet, klappen Campingstühle auf, packen Taschen aus und strecken die Gesichter der warmen Sonne entgegen.
Kinder drängen erwartungsvoll nach vorne und bringen sich in Stellung für den süßen Regen, der beim Umzug traditionell auf sie niedergeht. Nur wenige Meter weiter haben sich auf dem Jahnplatz viele Menschen vor der Bühne versammelt. Dort steht ein besonderer Moment an: die Krönung des neuen Sommertagsprinzen.
Bürgermeister Tobias Meyer (CDU) erinnert in seiner Ansprache daran, wie viele Menschen zum Gelingen des Tages beitragen. Mitarbeitende der Gemeindeverwaltung, zahlreiche Ehrenamtliche und die gesamte Blaulichtfamilie sorgen dafür, dass die vielen Besucher einen sicheren und reibungslosen Festtag erleben können. Stolz verweist er auch auf eine Rekordzahl. Mit 82 Wagennummern sei der Umzug so groß wie noch nie.
Angefangen mit zwei Wagen
Dabei blickt die Veranstaltung auf eine lange Geschichte zurück. Vor 44 Jahren begann alles mit zwei Wagen und drei Fußgruppen. In diesem Jahr richtet die Gemeinde den Umzug bereits zum 37. Mal aus. Insgesamt 82 Gruppen, Wagen und Fußgruppen sorgen dafür, dass sich ein buntes Bild durch die Straßen zieht. Meyers besonderer Dank gilt dem scheidenden Sommertagsprinzen William Grimm. „Es war eine tolle Zeit. Ich bin dir sehr dankbar für deine Arbeit, das ist ein echtes Aushängeschild für Haßloch“, sagt der Bürgermeister.
William Grimm blickt sichtlich bewegt auf sein Jahr zurück. Es sei eine unglaublich schöne Zeit gewesen, voller Begegnungen und Erinnerungen. Dankbar sei er vor allem seiner „Wochenendfamilie“, den regionalen Hoheiten, mit denen viele dieser Momente entstanden seien. Besonders freue er sich darüber, sein Amt nun an seinen besten Freund weitergeben zu können. „Ich bin mir sicher, dass du dieses Amt mit genauso viel Engagement und Herz tragen wirst.“ Nachdem Schärpe und Krone den Träger gewechselt haben, richtet sich sein Nachfolger, der 18-jährige Danny Weitzel, an das Publikum. Es sei eine große Ehre, heute als neuer Sommertagsprinz hier stehen zu dürfen. Eine solche Tradition weiterzuführen sei keineswegs selbstverständlich. Umso größer sei seine Vorfreude auf das kommende Jahr. „Winter ade, wir stoßen an. Ri-ra-ro, de Summerdag is do“, ruft er schließlich und erhebt gemeinsam mit den Besuchern sein Glas, bevor er mit Bürgermeister Tobias Meyer in einen Oldtimer steigt.
Viele Kita-Kinder dabei
Pünktlich um 14 Uhr setzt sich der Umzug in Bewegung, nachdem die Haßlocher Sportschützen das Startsignal gegeben haben. Den Auftakt machen die Kleinsten aus den Haßlocher Kitas, begleitet von Eltern und Erziehern. Zwischen Spiderman, der Karotten verteilt, Pippi Langstrumpf, Harry Potter, kleinen Prinzessinnen und allerlei Tieren ist alles vertreten. Immer wieder fliegen Süßigkeiten in die Menge.
Die passenden Tüten für die süße Beute verteilen die Gemeindewerke. Und statt Wasser gibt es – ganz pfälzisch – auch Wein. Wer ein Glas dabei hat, hat beim Sommertagsumzug gute Karten. Für die SPD schenkt der Haßlocher Beigeordnete Ralf Trösch Rotwein aus. Mit in der Fußgruppe unterwegs sind auch Landesministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Dörte Schall und SPD-Direktkandidat Claus Schick.
Auch die CDU sorgt dafür, dass die Schorlegläser nicht leer bleiben. Ihren hölzernen Wagen bringen die Christdemokraten mit reiner Muskelkraft voran, auch CDU-Direktkandidat Dirk Herber packt mit an.
Offizieller Abschied des Winters
Das Haßlocher Open-Air-Kino verteilt Popcorn und macht damit schon einmal Lust auf die nächste Vorstellung. Neben Wein sind bei den Erwachsenen auch Honig und selbstgemachtes Quittengelee gefragt, die der BUND zusammen mit Äpfeln ausgibt. „Frischen Wind für die Vorderpfalz“ bringt die Haßlocher Ortsgruppe der Bürgerenergiegenossenschaft auf die Straße und verteilt dazu kleine Bienchen.
Auch zahlreiche Hoheiten aus der Region sind gekommen. Die Festzeltbetreiber des Andechser Bierfests geben einen Vorgeschmack auf ihre angekündigten Veranstaltungen im Oktober, eine Mallorca-Party und ein Oktoberfest. Die Waldjugend zieht mit Rucksack, Gitarre und Jurte vorbei. Turner zeigen Einlagen, der Nachwuchs von Haßlocher Champions-Karate führt seinen Sport vor, Faschings- und Tanzvereine tanzen, singen und feiern.
Im Minutentakt zieht ein neues Bild an den Tausenden Zuschauern vorbei. Ein aufwendig geschmückter Wagen folgt dem nächsten, dazwischen Fußgruppen, Musik und Tanz. Der Zug läuft flüssig und ohne größere Lücken, überall am Straßenrand wird gelacht, gewunken, gesammelt und angestoßen.
Gegen 15.30 Uhr rollt schließlich der letzte Wagen am Jahnplatz vorbei. Doch das Fest ist damit noch nicht vorbei. Nach dem Umzug geht die Feier auf dem Jahnplatz weiter, bis schließlich die traditionelle Winterverbrennung folgt. Ein großer Schneemann steht symbolisch für die kalte Jahreszeit. Als er in Flammen aufgeht, ist es offiziell: Der Winter hat ausgedient.