Rheinpfalz Sogar beim Häkeln spielt Bibel eine Rolle
WOLFSTEIN. Gerade hat sie ihre Ausbildung beendet, schon beginnt Kira Seel als neue evangelische Pfarrerin in Wolfstein. In der gut 1200 Kirchenmitglieder zählenden Gemeinde ist die 29-Jährige die Nachfolgerin von Benjamin Leppla, der inzwischen Jugendpfarrer im Dekanat „An Alsenz und Lauter“ ist.
Die neue Pfarrerin wurde in Ludwigshafen geboren und wuchs dort auch auf. „Ich komme aus einer Aniliner-Familie“, verrät sie, dass viele Familienmitglieder bei der BASF tätig sind und es somit keine „theologische Vorbelastung“ gebe. Dennoch war Seel fest in der kirchlichen Jugendarbeit verankert. „Mit 16 habe ich bei den Praktika dort gemerkt, dass ich Pfarrerin werden möchte“, schildert sie. Also ging es direkt nach dem Abitur zum Studium nach Neuendettelsau, Marburg und Heidelberg. Ihr Vikariat absolvierte Kira Seel in Kaiserslautern sowie am Gymnasium in Landstuhl. Die vergangenen Monate war sie zum Abschluss ihrer Ausbildung in der landeskirchlichen Bibliothek in Speyer tätig. Dort stellte sie für die Arbeit von Pfarrern und Lehrern eine Mediensammlung und Ausstellung zu Leben und Werk Martin Luthers zusammen. Das Medienpaket zum Thema Reformation beinhaltet unter anderem den Spielfilm „Luther“ sowie spezielle Filmbeiträge zu den 95 Thesen. Außerdem gibt es darin einen Film zu Katharina von Bora. Auch ein Heft mit Spielen sowie einige Materialien für die Erwachsenenbildung sind enthalten. Als die neuen Theologie-Absolventen am vergangenen Freitag in Speyer ihre Abschlusszeugnisse erhielten, sprach Oberkirchenrätin Marianne Wagner die „Herausforderungen und Fülle der neuen Aufgaben“ für die jungen Pfarrer an. Als solche Herausforderung sieht Seel in ihrer neuen Gemeinde etwa die kirchliche Kita „Kleine Strolche“ mit vier Gruppen. Die Zuständigkeit dafür ist nach ihren Worten eine große Verantwortung. In ihrer ersten Pfarrstelle freut sich die Berufsanfängerin vor allem auf die Begegnung mit den Menschen. „Diese sind in meinem Beruf sehr persönlich. Das ist sehr spannend und schön“, betont sie. Schwerpunkte für ihre künftige Arbeit als Gemeindepfarrerin will Seel noch nicht setzen. Sie wolle sich in den nächsten Wochen zunächst ein Bild von der Kirchengemeinde machen, dann auf dem Bewährten ihrer Vorgänger aufbauen. Pfarrer Mathias Gaschott aus Hinzweiler hatte seit Ende 2015 dort die Vertretung für seinen erkrankten Kollegen Benjamin Leppla übernommen. Leppla war wie berichtet im vergangenen Sommer als Pfarrer zur Dienstleistung angestellt worden. Zur Kirchengemeinde gehören neben Wolfstein mit Roßbach die Orte Oberweiler-Tiefenbach und Rutsweiler an der Lauter mit den drei Predigtorten in Wolfstein, Oberweiler-Tiefenbach und der Zweikirche (Rutsweiler). Bis zum Umzug nach Wolfstein wohne sie noch einige Wochen in Kaiserslautern, schildert Seel. Im großen Pfarrhaus wird ihr Schildkröte Felix Gesellschaft leisten. Außerdem bringt die neue Pfarrerin drei Gitarren mit. „Ich spiele klassische Konzertgitarre“, berichtet sie. Zu ihren Hobbys zählt ferner das Handarbeiten. Vor allem das Häkeln macht ihr Freunde. Und dabei entstehen auch immer wieder eigens kreierte biblische Figuren aus Wolle. |suca