Baden-Württemberg Schwarze Kurve: VfB-Fans protestieren gegen Vereinspolitik

VfB Stuttgart - 1. FC Heidenheim
Stuttgarts Mahmoud Dahoud (l) in Aktion gegen Heidenheims Jan-Niklas Beste.

An der Spitze des VfB Stuttgart tobt ein Machtkampf. Beim Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim machen die Fans ihre Meinung dazu deutlich.

Stuttgart (dpa) - Fans des VfB Stuttgart haben auch im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim ihren Unmut gegen die Turbulenzen in der Vereinspolitik zum Ausdruck gebracht. Schwarze Rauchwolken stiegen nach den ersten Spielminuten aus dem Fanblock auf. Viele Anhänger in der Cannstatter Kurve waren zudem dem Aufruf der organisierten Fanszene gefolgt und kamen am Ostersonntag in schwarzer Kleidung ins Stadion.

«Aufsichtsrat, Investoren, Präsidium: Es reicht!», stand beispielsweise auf einem Banner. Nach einem anfänglichen Stimmungsboykott unterstützen die VfB-Anhänger erst nach zehn Minuten lautstark ihr Team. Kurz zuvor war das vermeintliche 1:0 durch Serhou Guirassy wegen Abseits zurückgenommen worden.

«Wir versuchen, das wegzuhalten, wir gehen da nicht drauf ein. Was nicht sein darf, ist, dass die Mannschaft darunter leidet. Wir brauchen jetzt acht Spiele volle Unterstützung und wir brauchen Ruhe», sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor der Partie bei DAZN über den angekündigten Protest der Fans. Die Stuttgarter kämpfen im Saisonendspurt der Fußball-Bundesliga um die Qualifikation für die Champions League.

Hintergrund ist ein Machtkampf an der Spitze des Bundesliga-Dritten. Zunächst war Präsident Claus Vogt als Aufsichtsratschef der AG abgewählt und damit ein jahrelanges Versprechen an die Mitglieder gebrochen worden, wonach der Präsident des Vereins auch immer Vorsitzender des Kontrollgremiums bleiben sollte.

In der Folge gaben die diversen Seiten öffentliche Stellungnahmen zu dem Konflikt heraus. Die organisierte Fanszene des VfB forderte den Rücktritt des Präsidiums. Vogt schloss den Rücktritt als Präsident jedoch aus. Auf den Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats, der nun von Tanja Gönner angeführt wird, hatte der neue VfB-Investor Porsche gedrängt.

«Natürlich war die Woche nicht so angenehm für alle», räumte der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle ein, der zudem in einem Interview den Rundumschlag von Vogt gekontert hatte. Er kündigte an, dass es am Dienstag bei einer Sitzung mit allen Beteiligten auch um die zukünftige Struktur des Vereins gehen werde.

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