Topthemen Rulantica-Prozess: Mehrere Jahre Haft nach Kindesmissbrauch

Angeklagter im Rulantica-Prozess
Der Angeklagte hatte die Taten im Prozess eingeräumt. (Archiv)

Ein Mädchen verschwindet aus dem Erlebnisbad Rulantica in Südbaden – erst Stunden später wird es verletzt gefunden. Nun ist der Täter verurteilt worden. Wie hat der Fall den Europa-Park verändert?

Freiburg/Rust (dpa) - Nach dem Weglocken und sexuellen Missbrauch eines Mädchens aus dem südbadischen Erlebnisbad Rulantica ist ein Mann vom Landgericht Freiburg zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte das damals sechs Jahre alte Kind nach eigenen Angaben im Sommer 2025 aus dem Bad des Europa-Parks in Rust gelockt und missbraucht.

Der 31-Jährige soll das Mädchen im Bad angesprochen und ihm Hilfe angeboten haben. Dann führte er das Kind laut Gericht aus dem Bad und in ein nahes Maisfeld, um es zu missbrauchen. Als es sich dort immer wieder wehrte, warf der Mann das Kind in ein Gebüsch an einer Straße und ließ es allein zurück.

Erst Stunden später wurde das Mädchen mehrere Kilometer vom Bad entfernt entdeckt – verletzt, verängstigt und nur mit Bikini und Badeschlappen bekleidet. Dem Angeklagten wurde unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

Was der Angeklagte einräumt

Vor dem Landgericht hatte der Rumäne zum Prozessauftakt die Vorwürfe eingeräumt. «Ich bereue sehr, dass das geschehen ist. Ich kann mir auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte», hatte er über seinen Anwalt erklären lassen. Nach dem Missbrauch war der Mann untergetaucht und eine Woche später in seiner osteuropäischen Heimat festgenommen worden. Beamte identifizierten ihn anhand von Zeugen und Videoaufnahmen, die der Europa-Park als Betreiber von Rulantica zur Verfügung gestellt hatte.

Was der Europa-Park geändert hat

Der Europa-Park teilte auf Anfrage mit, man äußere sich nicht zu laufenden Gerichtsverfahren. Nach der Tat seien die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Unter anderem werden Eltern nun stärker sensibilisiert, sie können zudem ein Armband mit ihrer Telefonnummer für ihre Kinder bekommen. Laut Europa-Park wurden auch die Kontrollen beim Ein- und Auslass erweitert.

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