Ramsen
Ostereierschießen: Geselligkeit und Zielgenauigkeit (mit Bildergalerie)
Das traditionsreiche Ostereierschießen des Schützenvereins lockte wieder zahlreiche Besucher an die 32 Schießstände und bewies einmal mehr: Hier trifft Geselligkeit auf Zielgenauigkeit. Seit immerhin 49 Jahren dürfen auch Laien ihr Talent mit Luftgewehr oder Luftpistole unter Beweis stellen. Das Prinzip ist einfach und genial zugleich: Treffer gleich Ei – wer ins Schwarze zielt, wird doppelt belohnt.
Kein Wunder also, dass seit Beginn der Veranstaltung rund drei Millionen Ostereier an die Schützen verteilt wurden. Allein bis Gründonnerstag wechselten diesmal 47.190 Eier die Besitzer. Das waren rund 1000 Eier mehr als im Vorjahr. Ob Neuling oder geübter Hobbyschütze – jeder fand schnell seinen Platz. Zielscheibe einspannen, Gewehr laden, anlegen, zielen – und mit etwas Glück klimperte es schon im imaginären Eierkonto.
Viele wagten sich erstmals an die ungewohnte Aufgabe, meisterten diese aber mit erstaunlicher Treffsicherheit. Die durchlöcherten Scheiben sprachen jedenfalls für sich. Auch der Nachwuchs kam nicht zu kurz: An einem eigenen Stand testeten am Wochenende Kinder mit einer Spiel-Armbrust ihr Können. Fleißige Helfer zählten die Treffer und tauschten sie in bunte Eier um – mitunter in beachtlichen Mengen. Oft verließen Familien mit ganzen Paletten das Gelände.
Neben dem sportlichen Ehrgeiz spielte auch die Geselligkeit eine große Rolle. Im Schützenhaus wurde gekocht, gelacht und gefeiert. Ob Familien, Handwerker oder Vereine – viele Gruppen nutzten die Abende für kleine Wettkämpfe und große Wiedersehen. „Das erfordert viel Planung und Flexibilität“, betonte Vereinsvorsitzender Tobias Müller. Damit alles glatt lief, waren rund 40 Helfer im Einsatz.
Während am Karfreitag eine Pause eingelegt wurde, ging es an den restlichen Osterfeiertagen umso lebhafter zu. Viele der Besucher parkten am Eiswoog und fuhren mit der Stumpfwaldbahn zur Haltestelle Schützenhaus. Die Eisenbahnfreunde hatten diesmal bei ihrem Saisonbeginn gleich zwei Kröten zu Schlucken: Zum einen fährt die Regionalbahn derzeit nicht mit dem Zug von Ramsen zum Eiswoog. Am Sonntag konnte zudem kein Bus des Schienenersatzverkehrs gesichtet werden. Zum anderen fiel diesmal die Dampflok wegen dringender Reparaturen aus. Die gute Stimmung trübte das jedoch nicht.