Rheinpfalz Operieren erst, wenn es nicht mehr anders geht
Kusel. „Ich hab Rücken.“ Das sagte nicht nur ein gewisser Horst Schlämmer, sondern auch immer mehr Menschen klagen über Probleme mit dem Rücken. Nicht nur ältere, sondern auch junge. Helfen kann ihnen in vielen Fällen Wolfram Käfer, Leitender Arzt der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie am Westpfalz-Klinikum in Kusel. Er kommt zur RHEINPFALZ-Sprechstunde am Mittwoch, 7. Oktober, 11 bis 12.30 Uhr.
Seit fast genau fünf Jahren, nämlich seit August 2010, gibt es die Spezialabteilung in Kusel – eine Erfolgsgeschichte. Denn immer mehr Patienten finden den Weg in die Westpfalz – nicht nur aus der Umgebung, sondern auch aus dem Saarland, bis hin nach Trier oder dem Rhein-Neckar-Raum. Oft haben sie eine lange Leidensgeschichte hinter sich, plagen sich Jahre oder Jahrzehnte mit Schmerzen. Sie werden nicht, wie der Name Wirbelsäulenchirurgie vermuten lässt, alle gleich operiert. Vielmehr setzen Käfer und sein Team oft auf konservative Therapie mit physiotherapeutischer Behandlung sowie Spritzen. Der Orthopäde und Chirurg schildert: „Meist führen wir zuerst eine Schmerztherapie durch. Erst wenn es nicht mehr anders geht, wird operiert.“ Denn zu früh operieren sei genauso gefährlich wie zu spät, weil mit der Zeit Schmerzen chronisch würden, dann auch eine Operationen keinen Effekt mehr habe, obwohl sie gelungen sei. Sehr angetan ist der Wirbelsäulenspezialist von der multimodalen Schmerztherapie, die im vergangenen Jahr vermehrt in Kusel durchgeführt wurde. Dabei arbeitet seine Abteilung sehr eng mit der Klinik für Psychosomatik und der Abteilung für Schmerztherapie in Kaiserslautern zusammen. Patienten kommen für acht Tage ins Klinikum nach Kusel, werden in dieser Zeit aber auch zweimal zur Mitbehandlung nach Kaiserslautern gefahren. In den acht Tagen gibt es nicht nur Infiltrationen unter CT-Beobachtung, sondern auch intensive Physio- und Gesprächstherapie, außerdem werden Entspannungstechniken gelernt. „So werden Geist und Seele mit therapiert“, erläutert Käfer, der ein großer Verfechter der multimodalen Therapie ist. Grundsätzlich setzt er nämlich auf das Gespräch mit dem Patienten. „Die Leute fühlen sich hier an- und ernst genommen“, weiß er. Seine Mitarbeiter und er bekämen sehr viel positives Feedback. „Die besten Multiplikatoren sind zufriedene Patienten“, betont er. Operiert wird in der Abteilung „alles, was gemacht werden kann“, wobei sich Käfer und seine Mitstreiter auf große Korrekturen spezialisiert haben – also Operationen, bei denen gleich mehrere kaputte Wirbel mit Schrauben fixiert werden. (ba) Info Die RHEINPFALZ-Sprechstunde zu allen Fragen rund um die Wirbelsäule findet am Mittwoch, 7. Oktober, statt. Zu erreichen ist Wolfram Käfer von 11 bis 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 06381 921 218.