Eisenberg Noch kein Favorit bei der K-Frage

Sigmar Gabriel, Martin Schulz oder doch Olaf Scholz? Noch ist die Frage offen, wer als Spitzenkandidat der SPD bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr antreten soll. Wir haben uns bei den führenden Genossen in der Verbandsgemeinde Eisenberg zu diesem Thema umgehört.

Laut einer Umfrage von Deutschlandtrend für das ARD-Morgenmagazin halten 58 Prozent der Deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier für den besten Kanzlerkandidaten. Jeder Dritte würde Parteichef Gabriel ins Rennen schicken und 26 Prozent sehen im Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz, den geeigneten Bewerber. Knapp danach wird Olaf Scholz, der Regierende Bürgermeister von Hamburg, genannt und für die Arbeitsministerin Andrea Nahles votieren 16 Prozent der Befragten. Aktuell keinen Favoriten hat die Landtagsabgeordnete und SPD-Sprecherin im Eisenberger Stadtrat, Jaqueline Rauschkolb. Für sie kommt zunächst das Programm und dann der Kandidat, der ihrer Meinung nach das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ gut und glaubwürdig vermitteln sollte. Traditionell habe der Parteivorstand das Vorschlagsrecht für den Kandidaten, und bei der Bevölkerung werde derjenige gut ankommen, der die Programmpunkte gut vermitteln kann. Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur seien durchaus möglich, so die Abgeordnete, Rheinland-Pfalz zeige aber auch, dass eine Trennung beider Funktionen gut funktionieren kann. Der Bundesparteitag sollte letztendlich über den Spitzenkandidaten entscheiden. Zunächst müsse in den kommenden Monaten inhaltlich diskutiert werden, was von einer SPD-geführten Regierung nach der Bundestagswahl umgesetzt werden soll, so Reinhard Wohnsiedler, Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes und des Eisenberger Ortsvereins. Erst danach sollte im kommenden Jahr entschieden werden, wer Spitzenkandidat wird. In der SPD habe der Vorsitzende zwar die wichtigste Rolle bei der Vorauswahl, sei aber noch nie automatisch auch der Kanzlerkandidat gewesen, so Wohnsiedler. „Ob eine Spitzenkandidatin oder ein Spitzenkandidat durch einen Mitgliederentscheid oder auf einem Bundesparteitag gewählt wird, sollte auf die dann vorliegende Konstellation ankommen“, so Wohnsiedler. Ganz gezielt nennt Bernhard Heise, Stadtratsmitglied und als ehemaliger Betriebsratsvorsitzender immer noch als engagierter Gewerkschafter aktiv, Olaf Scholz, Martin Schulz und den hessischen Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel als geeignete Kandidaten wegen ihrer Glaubwürdigkeit und der größeren Chancen, gewählt zu werden. Damit werde auch ein Neuanfang gestartet, so Heise. Seiner Ansicht nach sollte der Parteichef nicht automatisch auch Kanzlerkandidat sein. Eine Mitgliederbefragung zu diesem Thema lehnt er ab, denn die gewählten Gremien sollten dies entscheiden. Für eine Trennung zwischen Parteivorsitz und Kanzlerkandidat plädiert Sascha Heidenreich, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Ramsen. Er könnte sich, ohne dass er einen Namen nennt, auch eine „junge weibliche Spitzenkandidatin aus dem linken Flügel gut vorstellen“. Der Kandidat sollte auf jeden Fall jemand sein, der die volle Unterstützung der Basis hat und durch einen Mitgliederentscheid für diese Position bestimmt wird, so Heidenreich. (hsc)

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