Rheinpfalz Neuer Schutzschirm für BASF-Kläranlage

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Ludwigshafen/Neustadt. Die BASF-Kläranlage in Ludwigshafen soll besser vor unerwarteten Schadstoff-Frachten aus dem kommunalen Abwassernetz geschützt werden. Dazu soll eine spezielle Online-Überwachung im Kanalnetz installiert werden. Hintergrund ist ein Vorfall Ende 2013 bei einem Ludwigshafener Tankreinigungsunternehmen, von dessen Gelände rund 25 Tonnen Chemikalien unbemerkt in die Kanalisation gelangt waren.

Die BASF reinigt in ihrer Kläranlage auch Schmutzwasser, das von außerhalb kommt: aus den Kanälen von Ludwigshafen, Frankenthal und Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis). Mit der plötzlichen Schadstoff-Flut nach dem Zwischenfall bei der Tankreinigungsfirma war die Kläranlage aber überfordert: 1,5 Tonnen des umweltschädlichen Stoffs Ethylendiamin landeten ungeklärt im Rhein. Die BASF hatte damals erklärt: „Die Kläranlage ist für solche Stoffe konzipiert, aber die Stoßbelastung war einfach zu groß.“ Es gab kein Messsystem im kommunalen Abwassernetz, das für eine Vorwarnung gesorgt hätte. Das belastete Wasser konnte bei der BASF auch nicht zuerst einmal in Sicherheitsbecken umgeleitet werden. Bislang gibt es nur Messsysteme, die den Abwasserkanal überwachen, der sich durchs BASF-Werksgelände zieht. In diesem Punkt soll jetzt nachgebessert werden. Nach dem Vorfall in der Tankreinigungsfirma hatte eine Arbeitsgruppe nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, beteiligt waren die drei Kommunen, die BASF und die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt. Wie eine SGD-Sprecherin gestern mitteilte, wurden insgesamt fünf Varianten untersucht. Jetzt habe man sich auf eine Variante verständigt. Zur frühzeitigen Erkennung von Schadstoffstößen sehe sie für drei kommunale Abwasser-Teilströme eine separate Online-Überwachung vor. Werde dadurch ein Schadstoffstoß erkannt, löse dies einen Alarm aus. Die SGD-Sprecherin: „Im Bedarfsfall wird der Teilstrom zum Speicherbecken der BASF-Kläranlage abgeleitet und dort zwischengepuffert.“ Diese drei Teilströme kommen aus Frankenthal, einem Frankenthaler Gewerbebetrieb und dem Ludwigshafener Gewerbegebiet Nachtweide. Für ihre Anbindung an das BASF-Speicherbecken müsse eine gesonderte Leitung gebaut werden. Für das restliche Ludwigshafener Abwasser besteht laut SGD bereits eine Online-Überwachung, das Abwasser von Bobenheim-Roxheim werde über den Frankenthaler Kanal geleitet. Nach Angaben der SGD wurden in den vergangenen Monaten für die vorgesehene separate Online-Überwachung bereits praktische Erfahrungen gesammelt. Dieses System habe sich dabei als „geeignet und ausreichend“ erwiesen. Der Umsetzung des Maßnahmepakets müssen jetzt noch die zuständigen Gremien der Kommunen zustimmen, die letztlich auch die Kosten zu tragen haben. Zu deren Höhe wurden gestern keine Angaben gemacht. Die BASF beteiligt sich an der Finanzierung des Überwachungssystems nicht. Zu der Schadstoffeinleitung Ende 2013 war es gekommen, weil ein voller Tankzug einer Ludwigshafener Spedition irrtümlich zur Reinigung geschickt worden war. In dem Betrieb fiel die Verwechslung aber nicht auf. Der Container wurde ausgespült, obwohl er noch voll war. Die rund 25 Tonnen Chemikalien landeten so im Abwasserkanal. Wie das unbemerkt geschehen konnte, wurde nie genau geklärt. Der für den Reinigungsvorgang verantwortliche Mitarbeiter der Firma musste sich im Februar 2015 vor dem Amtsgericht Ludwigshafen verantworten. Das Verfahren wurde jedoch gegen eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro ein gestellt. |swz

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