Rheinland-Pfalz Neue Ministerin Eder: Energiewende mit Naturschutz versöhnen

Katrin Eder
Ministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen).

Windkraft oder Rotmilan? Diese Frage soll künftig nicht mehr zu Streit in Rheinland-Pfalz führen. Geplant wird ein neues Kompetenzzentrum Artenschutz - mit einer eigenen Vogelschutzwarte.

Mainz (dpa/lrs) - Die neue Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder will in dem seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Naturschutz und dem Ausbau erneuerbarer Energie vermitteln. „Es ist mir sehr wichtig, dass wir miteinander in einen Dialog treten“, sagte die Grünen-Politikerin nach dem Auftaktgespräch in einem neu gestarteten moderierten Prozess mit Vertretern von Naturschutzverbänden und Akteuren der Energiewende. In Rheinland-Pfalz habe seit 2011 der Ausbau der Windkraft im Vordergrund gestanden - dies habe immer wieder zu Konflikten geführt, etwa mit Vogelschützern.

„Wir müssen die Notwendigkeit zum Ausbau erneuerbarer Energien und die Gefährdungen der Artenvielfalt zusammen angehen - und wir müssen endlich über die Konflikte sprechen“, sagte Eder im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Während sich der Klimawandel vollzieht, findet das Artensterben statt.“ Wesentliche Gründe seien die Art der Landnutzung und die zunehmende Versiegelung von Flächen.

An dem Prozess, dem bereits in den vergangenen beiden Jahren Gespräche mit Energiebranche und Umweltverbänden vorausgingen, nehmen unter anderen der Naturschutzbund (Nabu), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) teil. Aufseiten der Energiebranche sind der Landesverband Erneuerbare Energien und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) dabei. Um die Moderation kümmert sich das Team Ewen aus Darmstadt, das bundesweit mehrfach ähnliche Gesprächsprozesse begleitet hat.

Artenschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien dürften kein Widerspruch sein, sagt Eder, die vor ihrem Wechsel ins Umweltministerium als Umweltdezernentin der Stadt Mainz vielfach Naturschutzthemen vor Ort unterstützt hat. Im Land soll es nun ein neues Kompetenzzentrum Artenschutz geben, dem auch eine Vogelschutzwarte angeschlossen sein soll. Bisher gab es eine Verwaltungsvereinbarung für eine gemeinsame Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Hessen hat sich aber zu einer Umstrukturierung im Naturschutz entschlossen und richtet nun eine hessische Vogelschutzwarte in Gießen ein.

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