Rheinpfalz Mehr Beschäftigte, mehr Stellen
2015 war ein gutes Jahr auf dem Arbeitsmarkt, ein Jahr des Wachstums. „So eines würde ich mir noch einmal wünschen“, meint Hans-Joachim Omlor, Leiter der Arbeitsagentur. Noch nie wurden so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt Kaiserslautern gezählt wie im vergangenen Jahr.
Zum Stichtag 30. Juni waren es 51.523 Menschen, die in Lohn und Brot standen. 3,6 Prozent mehr als 2014. Im Landkreis gab es einen kleineren Zuwachs von 1,8 auf 24.525 Beschäftigte, der aber genau im Landesschnitt lag. „Stadt und Landkreis Kaiserslautern marschierten vornweg beim Beschäftigungsaufbau“, stellt Omlor für den Bezirk der Arbeitsagentur Kaiserslautern-Pirmasens fest, der die komplette Westpfalz umfasst. Weniger Menschen waren ohne Arbeit: In der Stadt gab es im Jahresschnitt 4993 Arbeitslose, 5,2 Prozent weniger als 2014. Denselben Rückgang verzeichnete der Landkreis, wo es im Jahresschnitt 2945 Arbeitslose waren. Omlors Hoffnung, dass die Arbeitslosenquote in Kaiserslautern Ende 2015 unter neun Prozent liegen könnte, hat sich aber trotz der positiven Entwicklung nicht erfüllt: Ende Dezember lag sie bei 9,3 Prozent. Hier machten sich die Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt bemerkbar, die den Anteil ausländischer Arbeitsloser erhöhten, so der Agenturchef. So gab es im Dezember in Lautern 21,7 Prozent mehr ausländische Menschen ohne Job als 2014. Die Zuwanderung werde sich noch stärker auf den Arbeitsmarkt auswirken, sagt Omlor und wertet das als Herausforderung wie als Chance. Bei der Flüchtlings-Integration erwartet er jedoch keine schnellen Erfolge. Auf hohem Niveau befand sich auch das Stellenangebot. Die positive wirtschaftliche Lage hinterließ hier ebenso ihre Spuren wie Neuansiedlungen. So wurden der Arbeitsagentur seit Jahresbeginn allein in Kaiserslautern 4477 offene Stellen gemeldet, 31,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Im Landkreis gab es beim Stellenangebot ein Plus von 9,1 Prozent, in der Westpfalz von 10,1 Prozent. Alleine Neuansiedlung wie etwa die Einkaufsgalerie und das Möbelhaus Ikea brachten 660 Stellen für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Insbesondere hätten auch Menschen eine Chance erhalten, die schon längere Zeit arbeitslos seien, berichtet Omlor. Generell gab es in Stadt und Kreis r 185 Langzeitarbeitslose weniger als 2014. Auch für Menschen mit Handicap taten sich eher Chancen auf. Sich um die beiden Gruppen zu kümmern, stelle auch 2016 eine der Schwerpunktaufgaben dar, sagt Omlor, der zugleich die gute Zusammenarbeit mit den Jobcentern betont. Die Arbeitsagentur kann von einem Sonderprogramm profitieren, das sich um die Eingliederung von schwerbehinderten Menschen dreht. 2,35 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln werden zur Verfügung stehen. Das Ganze läuft unter den Namen Inklusionsinitiative Westpfalz. Das breite Stellenangebot werde für Rückenwind im ersten Quartal sorgen, ist sich Omlor sicher. Wenn auch saisonal bedingte Entlassungen in den kommenden Wochen für mehr Arbeitslose sorgen würden, „werden wir danach wieder rasch an den Abbau herangehen“. Für 2016 erwartet er einen stabilen, robusten und aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. (zs)